• IT-Karriere:
  • Services:

Warnung vor willkürlicher Datenreduzierung

Mit anderen Worten: Würde die Telekom die Videos bevorzugt transportieren, um eine gute Qualität mit höher Auflösung zu garantieren, könnte dies ein akzeptables Verkehrsmanagement darstellen. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur darf jedoch eine bestimmte Qualität für bestimmte Nutzer nicht reduziert werden, um den gesamten Traffic eines Anbieters möglichst niedrig zu halten. Die Tatsache, dass die Datenreduzierung für Magenta-Eins-Kunden nicht gelte und im Tarif Magenta Mobil-L vorübergehend deaktiviert werden könne, spreche ebenfalls gegen ein technisches Erfordernis.

Stellenmarkt
  1. GESTRA AG, Bremen
  2. Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main

Dabei warnt die Bundesnetzagentur, die gelieferte Übertragungsrate "willkürlich" in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Netzes zu bestimmen. "Ein Internetzugangsanbieter hätte es in der Hand, nicht nur bei Videoverkehr, sondern auch bei anderen datenintensiven Diensten die Datenübertragungsrate in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Netzes zu drosseln und damit Innovationen zu bremsen." Damit würde "klar gegen Sinn und Zweck der Regelung zum angemessenen Verkehrsmanagement verstoßen".

Telekom will teurere Tarife verkaufen

Die Bundesnetzagentur kommt daher zu dem Schluss, dass die Datendrosselung rein kommerzielle Gründe habe, was der EU-Verordnung zufolge verboten ist. Die Telekom habe bei einem Termin am 1. März 2017 selbst eingeräumt, dass das kostenlose Angebot durch einen verstärkten Verkauf (Upselling) der höherpreisigen Tarife und eine verbesserte Netzauslastung finanziert werde. Dabei habe die Telekom eine Übertragungsrate festgelegt, auf deren Basis das Angebot noch wirtschaftlich zu betreiben sei. Die Bandbreitenreduzierung solle dazu dienen, "den Netzausbau der bestehenden Mobilfunk-Infrastruktur aufzuschieben".

Das habe die Telekom außerdem in einer Stellungnahme vom 19. Mai 2017 zugegeben, in der es heißt: "Darüber hinaus bietet Stream On auch beim Netzbetrieb einen Effizienzgewinn: Die in manchen Mobilfunkzellen aufgrund der aktuell sehr intensiven Nutzung knappe Kapazität kann durch die Optimierung des Datenverkehrs mehr Endkunden zur Verfügung gestellt werden." Nach Ansicht der Regulierer entspricht dies nicht "dem Verständnis von angemessenem Verkehrsmanagement der Verordnung". Diese erlaube ebenfalls nicht, "dass Überbuchung von Netzwerkressourcen durch Drosselung bandbreitenintensiver Dienste wie Video gelöst wird".

Deep-Packet-Inspection erforderlich

Ein weiteres Problem: Für die Bandbreitenreduzierung reicht es nicht aus, die Informationen im IP-Header und im TCP-Header anzuschauen. Vielmehr müsse die Telekom auch Payload-Informationen wie eine URL und SNI auswerten. Der EU-Verordnung zufolge solle angemessenes Verkehrsmanagement jedoch keine Deep-Packet-Inspection (DPI) erforderlich machen.

Die Telekom hat zur Verteidigung ihrer Position zudem zwei Gutachten des Mannheimer Jura-Professors Thomas Fetzer vorgelegt. Das Netzneutralitätsgutachten wurde auch in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Darin behauptet Fetzer unter anderem, dass es bei der vertraglichen Zulässigkeit von Verkehrsmanagementmaßnahmen lediglich darauf ankomme, ob die Rechte der Endnutzer wesentlich beeinträchtigt würden, wie sie in Artikel 3, Absatz 1 der EU-Verordnung genannt sind. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur steht der Grundsatz der Netzneutralität jedoch nicht zur Disposition der Vertragspartner, das heißt zwischen Endkunden und Internetprovider.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Netzneutralität: Die abenteuerliche Stream-On-Verteidigung der TelekomRechentricks gegen Auslandsvolumen bei Stream On 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 689€ (mit Rabattcode "PRIMA10" - Bestpreis!)
  2. Apple iPad Air 10,9 Zoll Wi-Fi 64GB für 632,60€, Apple iPad Air 10,9 Zoll Cellular 64GB für 769...
  3. 274,49€ (mit Rabattcode "PFIFFIGER" - Bestpreis!)

946ben 05. Feb 2018

Da hier so viel zwischen NL und DE verglichen wird: In den Niederlanden geht ein 10-MHz...

Paule 04. Feb 2018

Wie könnte man die Regulierungsvorgaben quasi einhalten, ohne jedoch eine Flatrate für...

RobZ 03. Feb 2018

Genau so ist es. Deutschland hat im EU-weiten Vergleich - einen der langsamsten Internet...

Anonymer Nutzer 02. Feb 2018

ich kann beide schilderungen gut nachvollziehen, sogar aus dem geschäftsumfeld, wer öfter...

RipClaw 01. Feb 2018

Kann ich mir nicht vorstellen. Wenn du einer anderen Firma den Auftrag gibst eine...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Flight Simulator - Test

Hardwarehungriger Höhenflug: Der neue FluSi sieht fantastisch aus und spielt sich auch so.

Microsoft Flight Simulator - Test Video aufrufen
Serien & Filme: Star Wars - worauf wir uns freuen können
Serien & Filme
Star Wars - worauf wir uns freuen können

Lange sah es so aus, als liege die Zukunft von Star Wars überwiegend im Kino. Seit dem Debüt von Disney+ und dem teils schlechten Abschneiden der neuen Filme hat sich das geändert.
Von Peter Osteried

  1. Star Wars Disney und Lego legen Star Wars Holiday Special neu auf
  2. Star Wars Squadrons im Test Die helle und dunkle Seite der Macht
  3. Disney+ Erster Staffel-2-Trailer von The Mandalorian ist da

Shifoo: Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform
Shifoo
Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform

Beratung, die IT-Profis in Job & Karriere effizient und individuell unterstützt: Golem.de startet die Video-Coaching-Plattform Shifoo. Hilf uns in der Betaphase, sie für dich perfekt zu machen, und profitiere vom exklusiven Angebot!

  1. Stellenanzeige Golem.de sucht Verstärkung für die Redaktion
  2. Stellenanzeige Golem.de sucht CvD (m/w/d)
  3. In eigener Sache Die 24-kernige Golem Workstation ist da

Watch SE im Test: Apples gelungene Smartwatch-Alternative
Watch SE im Test
Apples gelungene Smartwatch-Alternative

Mit der Watch SE bietet Apple erstmals parallel zum Topmodell eine zweite, günstigere Smartwatch an. Die Watch SE eignet sich unter anderem für Nutzer, die auf die Blutsauerstoffmessung verzichten können.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple WatchOS 7.0.3 behebt Reboot-Probleme der Apple Watch 3
  2. Series 6 im Test Die Apple Watch zwischen Sport, Schlaf und Sättigung
  3. Apple empfiehlt Neuinstallation Probleme mit WatchOS 7 und Apple Watch lösbar

    •  /