Abo
  • Services:

Netzneutralität: CCC lehnt Stream On der Telekom ab

Die Bundesnetzagentur prüft weiterhin den Zero-Rating-Tarif Stream On der Deutschen Telekom. Nach Ansicht des CCC ist dieser "kein Modell für die Zukunft des Internets".

Artikel veröffentlicht am ,
Der CCC lehnt die Stream-On-Option der Telekom ab.
Der CCC lehnt die Stream-On-Option der Telekom ab. (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)

Des Chaos Computer Club (CCC) hält den Stream-On-Tarif der Deutschen Telekom für unvereinbar mit dem Prinzip der Netzneutralität. "Mit diesem Schonprogramm für das Telekom-Netz wird nicht nur das Zweiklassen-Internet Realität, sondern auch der Wettbewerb um hohe Bandbreiten ausgebremst", sagte CCC-Sprecher Linus Neumann am Freitag. Daher sei Stream On "kein Modell für die Zukunft des Internets".

Stellenmarkt
  1. Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG, Weil am Rhein
  2. Wentronic GmbH, Braunschweig

Die Bundesnetzagentur prüft seit Anfang April 2017, ob das Angebot mit den europäischen Vorgaben zur Netzneutralität vereinbar ist. Bei Kunden, die die Option Stream On gewählt haben, wird der Traffic von gestreamten Video- und Musikdaten der teilnehmenden Diensteanbieter nicht auf das vereinbarte Datenvolumen angerechnet. Zwar werden zentrale Forderungen durchaus erfüllt, doch ist fraglich, ob beispielsweise die technische Umsetzung erlaubt ist. So stören sich beispielsweise die Verbraucherschützer daran, dass die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter und nicht nur die der Partnerunternehmen reduziert wird, solange die Option aktiviert ist.

Ist eine DPI erlaubt?

Das gefällt auch dem CCC nicht, der mit media.ccc.de einen eigenen Streamingdienst anbietet. Zudem befürchtet der Verein, dass andere Anbieter der Deutschen Telekom folgen und ähnliche Zero-Rating-Dienste starten. Das würde zu einer "willkürlichen Segmentierung des Internets führen". Vor allem kleinere Streaming-Anbieter wären nicht in der Lage, mit jedem Provider die entsprechenden Verträge abzuschließen. Bei der Telekom muss unter anderem eine Sicherheitsleistung in Höhe von 50.000 Euro hinterlegt werden. Kleine Provider können es sich dem CCC zufolge zudem nicht leisten, die Anmeldung von Tausenden Streaming-Anbietern zu bearbeiten.

Problematisch findet der CCC ebenfalls die technischen Maßnahmen der Telekom, um den Traffic der Kooperationspartner zu erkennen. Dazu analysiere die Telekom beim Surfen URLs und andere Merkmale, die Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten zuließen. "Dies ist technisch nur mittels Deep Packet Inspection (DPI) zu bewerkstelligen. Diese Gefahrentechnologie hat die EU mit ihren Netzneutralitätsregeln explizit verboten", heißt es weiter.

Bundesnetzagentur hat keine Eile

Der CCC bezieht sich dabei auf einen Passus in den Leitlinien der europäischen Regulierungsbehörden, in denen es in Punkt 69 heißt: "Verkehrsmanagementmaßnahmen, bei denen nicht der konkrete Inhalt, sondern andere Aspekte, z.B. der generische Inhalt, überwacht werden, sollten hingegen als zulässig gelten. Von den ISP eingesetzte Überwachungsverfahren, die sich auf die Informationen im IP-Header und im Header der Transportschichtprotokolle (z.B. TCP) stützen, können als generischer Inhalt gelten, im Gegensatz zum konkreten Inhalt, der von den Endnutzern selbst stammt (wie Text, Bilder und Videos)."

Allerdings erlauben die Leitlinien eindeutig ein Zero-Rating, das nach bestimmten Anwendungskategorien oder Anwendungen unterscheidet. Insofern würden sich die Leitlinien selbst widersprechen, wenn sie es den Providern nicht ermöglichten, solche Anwendungen zu erkennen. In diesem Fall ist eher dem europäischen Gesetzgeber der Vorwurf zu machen, der ein Zero-Rating in der EU-Verordnung nicht eindeutig untersagt hat.

Die Bundesnetzagentur scheint mit der Prüfung der Stream-On-Option derzeit keine Eile zu haben. "Im Rahmen der Prüfung hört die Bundesnetzagentur die Telekom, aber auch verschiedene Marktbeteiligte, Verbände und Behörden an. Mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur ist nach Auswertung aller Stellungnahmen zu rechnen. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. (-73%) 7,99€
  3. 5€

Karstelengro 26. Jun 2017

4gb die stund ... und du kommst mit 15 den Monat ... super argumentiert .tz

Karstelengro 26. Jun 2017

So ein quatsch ... StreamOn mit MagentaEINS Vorteil = HD streams! YouTube ist auCh in...

Karstelengro 24. Jun 2017

Magenta Eins bietet adaptives HD-Streaming! YouTube z.b geht auch auf 1440p!

elmcrest 24. Jun 2017

Zero Rating bzw ein Eingriff in die Netzneutralität kann nur als Ausnahme gelten, wie im...

McWiesel 24. Jun 2017

Selbst (allerdings zu Tode komprimiertes) Video über Handy packt das heutige...


Folgen Sie uns
       


Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test

Wir haben vier komplett kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel getestet. Mit dabei sind Apples Airpods, Boses Soundsport Free, Ankers Zolo Liberty Plus sowie Googles Pixel Buds. Dabei bewerteten wir die Klangqualität, den Tragekomfort und die Akkulaufzeit sowie den allgemeinen Umgang mit den Stöpseln.

Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test Video aufrufen
Ancestors Legacy angespielt: Mittelalter für Echtzeit-Strategen
Ancestors Legacy angespielt
Mittelalter für Echtzeit-Strategen

Historisch mehr oder weniger akkurate Spiele sind angesagt, nach Assassin's Creed Origins und Kingdom Come Deliverance will nun auch Ancestors Legacy mit Geschichte punkten. Golem.de hat eine Beta des im Mittelalter angesiedelten Strategiespiels ausprobiert.

  1. Into the Breach im Test Strategiespaß im Quadrat

NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test: Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit
NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test
Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit

Unter dem leuchtenden Schädel steckt der bisher schnellste NUC: Der buchgroße Hades Canyon kombiniert einen Intel-Quadcore mit AMDs Vega-GPU und strotzt förmlich vor Anschlüssen. Obendrein ist er recht leise und eignet sich für VR - selten hat uns ein System so gut gefallen.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Crimson Canyon Intel plant weiteren Mini-PC mit Radeon-Grafik
  2. NUC7CJYS und NUC7PJYH Intel bringt Atom-betriebene Mini-PCs
  3. NUC8 Intels Mini-PC hat mächtig viel Leistung

Mobilfunk: Was 5G im Bereich Security bringt
Mobilfunk
Was 5G im Bereich Security bringt

In 5G-Netzwerken werden Sim-Karten für einige Anwendungsbereiche optional, das Roaming wird für Netzbetreiber nachvollziehbarer und sicherer. Außerdem verschwinden die alten Signalisierungsprotokolle. Golem.de hat mit einem Experten über Sicherheitsmaßnahmen im kommenden 5G-Netzwerk gesprochen.
Von Hauke Gierow

  1. IMSI Privacy 5G macht IMSI-Catcher wertlos
  2. DAB+ Radiosender hoffen auf 5G als Übertragungsweg
  3. Netzbetreiber 5G kommt endlich in die Umsetzungsphase

    •  /