Abo
  • Services:

Internetpioniere appellieren vergeblich

US-Medienberichten zufolge will die FCC nicht einmal mehr eingreifen, wenn es Streitigkeiten zwischen Providern bei Interconnection-Zahlungen gibt, wie sie vor einigen Jahren im Zusammenhang mit dem Datentraffic des Streamingdienstes Netflix aufgetreten waren. Zudem versucht der Konzern AT&T derzeit, die Befugnisse der FTC bei der Regulierung von Providern gerichtlich auszuhebeln. Es wird daher befürchtet, dass am Ende gar keine Kontrollbehörde mehr zuständig ist.

Stellenmarkt
  1. DATEV eG, Nürnberg
  2. Fidor Solutions AG, München

Im Zusammenhang mit der Neuregelung hatten renommierte Internetpioniere wie WWW-Erfinder Tim Berners-Lee oder Apple-Mitbegründer Steve Wozniak der FCC vorgeworfen, die Funktionsweise des Internets nicht richtig verstanden zu haben. In einer schon im Juli 2017 veröffentlichten 43-seitigen Analyse hatten 200 Internetexperten unter anderem kritisiert, dass die Behörde die Bedeutung der Internet-Service-Provider (ISP) viel zu hoch bewerte. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass die FCC keine einzige öffentliche Anhörung zu dem Thema durchgeführt und offensichtliche Mängel in ihrem Onlinekommentierungssystem nicht behoben habe.

Provider erhalten mehr Einfluss auf Inhalte

Doch die Kritik ging am neuen FCC-Vorsitzenden Pai offenbar vorbei. Ihn interessiert das alte Internet wenig, da er offenbar ein anderes schaffen will. In dieser US-amerikanischen Variante dürfen die Zugangsprovider deutlich größeren Einfluss auf die Inhalte nehmen, die die Nutzer herunter- oder hochladen können. Anders als in Europa können sie nicht nur Zero-Rating-Dienste anbieten, sie können diese Dienste auch von einer Drosselung ausnehmen, wenn Nutzer ihr Datenlimit erreicht haben. Das macht solche Angebot noch attraktiver. Die Untersuchung entsprechender Angebote durch die FCC hatte Pai schon kurz nach Amtsantritt zu Anfang dieses Jahres beendet und gesagt: "Die Wahrheit ist, Verbraucher lieben es, etwas gratis zu bekommen."

Daneben können Provider nun bestimmte Dienste schneller transportieren und dafür von Inhalteanbietern wie Netflix, Google oder Facebook Geld verlangen. Es steht ihnen frei, eigene Inhalte bevorzugt zu transportieren, solange sie dies alles transparent in ihren Nutzungsbedingungen festhalten und ihrer Ansicht nach nicht gegen den Wettbewerb verstoßen. Selbst die Möglichkeit, bestimmte Webseiten komplett zu blockieren, steht den Anbietern offen.

Alles für den Netzausbau

Pai spielte die Bedeutung solcher Maßnahmen herunter und verglich dies laut Ars Technica mit der Blockade einzelner Tweets durch Twitter. Das alles soll dazu führen, dass die Provider mehr Geld verdienen und dieses in den Ausbau der Netze investieren können.

Dass dies tatsächlich passiert, ist eher zweifelhaft. Denn ein schnelles Netz mit hohen Bandbreiten macht Überholspuren und Volumentarife im Grunde überflüssig. Wer seine Lieblingsdienste als Zero-Rating abonniert hat und schnell genug geliefert bekommt, hat wenig Anlass, in einen teureren Tarif der Konkurrenz zu wechseln, der alle Dienste schnell und sicher liefert. Zumal viele Nutzer in den USA eine solche Konkurrenz gar nicht haben. Pai hofft hingegen, dass die Provider mit dem Geld unter anderem den Aufbau des 5G-Netzes finanzierten.

 Netzneutralität abgeschafft: Die doppelte Selbstentmachtung der US-InternetaufsichtKleine Inhalteanbieter besonders benachteiligt 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 349,00€ (inkl. Call of Duty: Black Ops 4 & Fortnite Counterattack Set)

RedRose 20. Dez 2017

Entweder tollst du, oder willst absichtlich alles ignorieren? Zu welchem ISP willst du...

NotAlive 19. Dez 2017

Mir ist Trump egal, aber diese Blog ist wohl auch ein Witz? 1.057 Falschaussagen und...

redwolf 18. Dez 2017

Hey, ich kenne vielleicht nicht alle Fachbezeichnungen, aber die Grundlagen. Die sind...

lear 18. Dez 2017

Bis jetzt trägt die Kosten die Empfängerseite. Was dieser ehemalige Verizon-Anwalt macht...

Clown 18. Dez 2017

Und das ist warum genau schlimm? Ist ja nicht so als würde das Geld einfach auf den...


Folgen Sie uns
       


Dirt Rally 2.0 angespielt

In Köln konnten wir das nahezu fertige Dirt Rally 2.0 ausführlich anspielen und mit den Entwicklern reden.

Dirt Rally 2.0 angespielt Video aufrufen
Metro Exodus im Technik-Test: Richtiges Raytracing rockt
Metro Exodus im Technik-Test
Richtiges Raytracing rockt

Die Implementierung von DirectX Raytracing in Metro Exodus überzeugt uns: Zwar ist der Fps-Verlust hoch, die globale Beleuchtung wirkt aber deutlich realistischer und stimmungsvoller als die Raster-Version.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Chip der Geforce GTX 1660 Ti ist überraschend groß
  2. Deep Learning Supersampling Nvidia will DLSS-Kantenglättung verbessern
  3. Geforce RTX Battlefield 5 hat schnelleres Raytracing und DLSS-Glättung

Honor View 20 im Test: Schluss mit der Wiederverwertung
Honor View 20 im Test
Schluss mit der Wiederverwertung

Mit dem View 20 weicht Huawei mit seiner Tochterfirma Honor vom bisherigen Konzept ab, altgediente Komponenten einfach neu zu verpacken: Das Smartphone hat nicht nur erstmals eine Frontkamera im Display, sondern auch eine hervorragende neue Hauptkamera, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huawei Honor View 20 mit 48-Megapixel-Kamera kostet ab 570 Euro
  2. Huawei Honor 10 Lite mit kleiner Notch kostet 250 Euro
  3. Huawei Honor View 20 hat die Frontkamera im Display

Struktrurwandel: IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
Struktrurwandel
IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen

In Cottbus wird bald der letzte große Braunkohle-Tagebau zum Badesee. Die ansässige Wirtschaft sucht nach neuen Geldquellen und will die Stadt zu einem wichtigen IT-Standort machen. Richten könnten das die Informatiker der Technischen Uni - die werden aber direkt nach ihrem Abschluss abgeworben.
Von Maja Hoock

  1. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  2. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet
  3. Softwareentwicklung Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel

    •  /