Netzentgelt muss steuernd wirken
Hinzu kommt, dass Haushalte mit großen Verbrauchern wie Wallbox und Wärmepumpe oder eben einer Solaranlage zur Einspeisung bereits von variablen Netzentgelten profitieren können und ihre Stromrechnung weiter sinkt. Die Option steht in der Mietwohnung ebenfalls nicht zur Verfügung.
Bis tatsächlich dynamische Netzentgelte flächendeckend verfügbar sind, wird es im besten Fall noch zehn Jahre dauern. Und bis es so weit ist, ist es auch im Sinne einer bezahlbaren Energiewende notwendig, dass die Bundesnetzagentur Instrumente findet(öffnet im neuen Fenster), um Stromverbrauch und Produktion ohne ein ausreichend smartes und flexibles Stromnetz möglichst gut auszugleichen. Das gelingt derzeit vor allem durch den intensiven Netzausbau.
Neben der moderaten Belastung von privaten Solaranlagenbesitzern werden deshalb auch Großverbraucher, große Stromerzeuger und Speicherbetreiber in die Pflicht genommen. Hier stimmt zudem das angedachte Verhältnis: Etwa 5 Millionen Haushalte mit Solaranlagen würden 500 Millionen Euro beisteuern. Die Belastung für die Erzeuger läge dagegen bei 2 Milliarden pro Jahr.
Nächste Reform wartet schon
Mieter und Hauseigentümerinnen ohne Photovoltaik würden somit nicht weiter belastet, Solaranlagenbesitzer müssten einen kleinen Teil ihrer Einsparungen abgeben und diejenigen, die mit dem bereitgestellten Stromnetz Gewinne im größeren Maßstab erzielen, würden ebenfalls beteiligt.
Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, mag erst einmal nur die angekündigte Gebühr sehen, aber sozial gerechter könnte man die zu erwartenden Mehrkosten für ein so großes Infrastrukturprojekt, von dem am Ende alle profitieren werden, kaum verteilen.
Zumal irgendwann, in einer jetzt noch schwer vorstellbaren Zukunft, ohnehin dynamische Netzentgelte kommen werden. Dann wird der Strom umso teurer, je höher die Belastung im lokalen Stromnetz ist. Das klingt komplizierter, als es schlussendlich sein wird, denn mit genügend steuerbaren Verbrauchern wie Elektrolyseuren, Großwärmepumpen, Elektroautos und Batteriespeichern lassen sich Verbrauch und Angebot gut ins Gleichgewicht bringen.
Mit etwas Glück wird dann die zuverlässige Stromversorgung für alle günstiger, weil zuvor viel Geld in das Stromnetz investiert wurde.
IMHO ist der Kommentar von Golem [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]
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