Netze: Massenentlassungen bei Open-RAN-Pionier Parallel Wireless

Es wird viel über Open RAN geredet, aber offenbar wenig gekauft. Mit Parallel Wireless ist das Überleben eines der bekanntesten Branchenunternehmen in Frage gestellt.

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Open RAN von Parallel Wireless
Open RAN von Parallel Wireless (Bild: Parallel Wireless)

Parallel Wireless, einer der Pioniere der Mobilfunktechnik Open RAN, kündigt rund 80 Prozent seiner Beschäftigten. Das berichtet das Onlinemagazin The Mobile Network (TMN) unter Berufung auf informierte Kreise. Laut dem Bericht sind 700 bis 800 der 1.000 Beschäftigten bereits gekündigt. Damit sei es fraglich, ob das Unternehmen überleben kann.

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Der indische Technologieberaters RIU Global Services bezifferte die Entlassungen in einem Linkedin-Beitrag auf nur 500. Steve Papa, Chief Executive Officer (CEO) und Gründer von Parallel Wireless, bestätigte die Zahlen dem Magazin Capacity nicht, teilte jedoch in einer E-Mail mit: "Wir nehmen Anpassungen vor, um angesichts der Realitäten der globalen Wirtschaftsbedingungen und der durch Covid-Lieferketten eingeschränkten Welt und dem Tempo der Einführung von Open RAN umsichtig die richtige Größe zu erreichen."

Zu den Investoren von Parallel Wireless gehören die britische Risikokapitalgesellschaft DN Capital und First Star Ventures aus Cambridge, Massachusetts. Erst im dritten Quartal 2021 hatte das Unternehmen erklärt, dass es seine Mitarbeiterzahl bis Ende 2022 verdoppeln wolle.

Parallel schloss Ausrüsterverträge mit den südafrikanischen Netzbetreibern MTN und Vodacom in afrikanischen Staaten, im Nahen Osten mit Zain und Etisalat, mit Vodafone in der Türkei und Großbritannien und in Südamerika mit Telefónica. Doch ein wirklich großer Auftrag blieb bisher aus.

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Es sei "fraglich, ob die Open-RAN-Technologie für einen bundesweiten Rollout in Deutschland tauglich ist", sagte Jochen Bockfeld, Vice President Network Core & Service bei Telefónica Germany, am 21. Juni 2022 auf der Connect Conference in Dresden. Philipp Bichsel, Head of Network Solution Management bei Swisscom erklärte dort, Open RAN genüge nicht den Qualitätsanforderungen des Netzbetreibers.

Viele wichtige Open-RAN-Ausrüster kommen aus den USA. Open RAN wird fast weitgehend von den USA dominiert und ist hardwareseitig abhängig von Intel, deren x86-Technik fast allen Servern zugrundeliegt. Außerdem setzen alle Open-RAN-Systeme auf die Cloud von US-Anbietern wie Amazon Web Services, die Google Cloud Platform oder Microsoft Azure. Rakuten aus Japan ist der führende Automatisierer oder Integrator in der Branche.

Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Integrationssoftware und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende Software muss verzichtet werden, weshalb man nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik ist. In Mobilfunknetzen auf dem Land gebe es mit Open RAN noch Probleme mit der Energieeffizienz und der Performance der Antennen, hatte ein Telekom-Manager zuvor erklärt.

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