Netzbetreiber: Exklusives Vectoring der Telekom soll nur wenigen nützen

Laut Telekom soll ein exklusives Vectoring-Recht im Nahbereich um die 8.000 Hauptverteiler 5,7 Millionen Haushalten 100 MBit/s bringen. Laut anderen Netzbetreiber ist das nicht wahr.

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Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom
Techniker an einem Kabelverzweiger der Deutschen Telekom (Bild: Mattes)

Die im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) zusammengeschlossenen Netzbetreiber bestreiten, dass exklusive Vectoring-Rechte der Telekom vielen Nutzern einen schnelleren Internetanschluss bringen. Die Telekom hatte angekündigt, "weitere 5,9 Millionen Haushalte mit superschnellen Internetanschlüssen" zu versorgen und "rund eine weitere Milliarde Euro" zu investieren. Aktuell versorgt die Telekom laut Breko an den mit VDSL2 erschlossenen Hauptverteilern jedoch nur 6,4 Prozent der 5,9 Millionen Haushalte. Dies sind rund 376.000 Haushalte.

Nach Angaben des Breko könnten bereits heute rund 70 Prozent der besagten Haushalte, die in einem mit VDSL2 erschlossenen HVt-Nahbereich liegen, einen Anschluss mit mindestens 40 MBit/s, in der Mehrzahl sogar 50 MBit/s bestellen. Nur rund 17 Prozent der bundesweit rund 41.500 Kabelverzweiger in HVt-Nahbereichen liegen nach den Angaben des Breko im ländlichen Raum.

Rechenbeispiele um schnelles Internet

Laut Telekom kann dagegen bisher nur etwa ein Prozent dieser Haushalte 50 MBit/s über die Telefonleitungen erhalten, also rund 62.000. Wettbewerber bestreiten dies: Die Angaben von einem Prozent seien nur errechenbar, wenn die Telekom ihre eigenen 50-MBit-Angebote nicht mitrechnet, weil diese tatsächlich immer etwas weniger als die angegebene Datenübertragungsrate bereitstellen.

Die Bundesnetzagentur hatte sich dafür offen gezeigt, der Telekom ein exklusives Recht auf die Nutzung der Vectoring-Technologie einzuräumen, wenn der Konzern sich zum Ausbau verpflichtet. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, sagte Behördenchef Jochen Homann.

Die Telekom will im Nahbereich um 8.000 Hauptverteiler die Vectoring-Technik einsetzen. Da VDSL2-Vectoring nach derzeitigem Stand technologiebedingt immer nur von einem Netzbetreiber eingesetzt werden könne, würden die Pläne der Telekom zur Verdrängung von Konkurrenten führen, die die Vermittlungsstellen in diesem Bereich bereits vielerorts mit VDSL2 erschlossen hätten, kritisierten die Wettbewerber.

Die Telekom wolle sich laut Breko das exklusive Ausbaurecht im HVt-Nahbereich durch eine Investitionszusage erkaufen.

Telekom spricht von Schmutzkampagne

Deutsche-Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte Golem.de: "Unsere Zahlen sind richtig. Was will der Breko sagen? Dass der Breitbandausbau genügt, so wie er ist? Das ist absurd." Die Menschen wollten schnell hochleistungsfähige Internetanschlüsse. "Erstaunlich auch, dass der Verband am lautesten ist, der am wenigsten für den Breitbandausbau tut. Sollen sie doch mit FTTH ausbauen. Das ist heute schon möglich. Kein Mensch hindert sie daran."

Die vertragliche Selbstverpflichtung zu Investitionen habe die Telekom angeboten, weil Wettbewerber behauptet haben, der Konzern würde nicht ausbauen. Jetzt werde der Telekom dies zum Vorwurf gemacht. "Die Wettbewerber sollten die Diffamierungen endlich lassen und stattdessen den Spaten in die Hand nehmen und ausbauen - so wie wir es tun. Natürlich sind wir auch mit Vectoring weiter reguliert. Diese schmutzige Kampagne bringt den Breitbandausbau in Deutschland keinen Millimeter voran", betonte Blank.

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Rulf 31. Aug 2015

also zu fällig geht durch einen kleinen ortsteil meiner gemeinde der kabelhauptsstrang...

plutoniumsulfat 30. Aug 2015

Man könnte auch davon ausgehen, dass eher so 95% einen Internetanschluss haben :D

wire-less 29. Aug 2015

Kapitalbedarf, niedrige Endkundenpreise, wenig Kunden Schlechter Vergleich. Der...

Koto 29. Aug 2015

Der Punkt ist einfach. Man will keine Leitungen legen man will die der Telekom. Gewinne...



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