Netzbetreiber: Das Energy Sharing ist zum Scheitern verurteilt
Inhalt
Seit dem 1. Juni 2026 ist es möglich, selbst erzeugten Strom mit anderen zu teilen. Dieses Energy Sharing verfolgt das Ziel, dass der vor Ort ins Netz eingespeiste Strom möglichst lokal verwertet wird.
Allerdings zeigen interne Unterlagen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, die Golem vorliegen und über die zuerst der Wissenschaftler und Youtuber Andreas Schmitz(öffnet im neuen Fenster) berichtete, dass viele Spielarten von Energiegemeinschaften derzeit technisch kaum bis gar nicht umsetzbar sein dürften.
Das liegt nicht nur daran, dass es vor allem an privaten Stromanschlüssen ohne eigene Solaranlage noch keine intelligenten Messsysteme gibt, sondern auch, dass die Abrechnung selbst dann kaum technisch möglich erscheint.
Gute Idee, schlechte Umsetzung
Der Grundgedanke hinter dem Konzept ist, dass eine ganze Gemeinschaft oder zumindest eine größere Gruppe von lokaler Energieerzeugung – in der Regel durch Photovoltaik oder Windkraft – profitieren kann. Dahinter steht auch die Hoffnung, dass im Wissen um günstigen Solarstrom in sonnigen Mittagsstunden ein großes Haushaltsgerät eingeschaltet oder gar das Elektroauto aufgeladen werden kann, obwohl man selbst gar keine Solaranlage besitzt.
Ausreichend günstig dürfte der Strom jedoch gar nicht zu vertreiben sein, denn obwohl der Strom zumindest theoretisch im lokalen Niederspannungsnetz verbleibt, werden Gebühren, Steuern und Netzentgelte fällig. Wer seinen Strom somit für 10 Cent je Kilowattstunde an den Nachbarn weitergibt, erhält zwar 10 Cent, aber der Nachbar zahlt eher 25 Cent, nicht viel weniger als bei einem normalen Stromtarif. So bleibt kaum Einsparpotenzial übrig.
Belohnt wird also nicht der lokale Verbrauch, durch den ein weiter Transport oder eine Zwischenpufferung erspart bleibt, sondern bestraft wird diese direkte Nutzung in gewisser Weise durch hohe, nicht einmal gerechtfertigte Gebühren.
Wie das interne Dokument weiterhin zeigt, sind viele Modelle gar nicht umsetzbar, denn das Energy Sharing beschränkt sich laut diesem auf eine einzelne Erzeugeranlage. Demnach wäre es nicht möglich, ein kleines Windrad und eine Solaranlage zu kombinieren und als Gemeinschaft direkt zu nutzen.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


