Unvermögen oder Absicht
Im Grunde klingt es vertraut. Auch bei dem immer wieder verzögerten Einbau intelligenter Messsysteme spielten teils ähnliche Faktoren ein Rolle. Unter anderem die hohe Anzahl an Netzbetreibern und dazu teils unklare oder praktisch kaum umsetzbare gesetzliche Vorschriften verhindern bis heute, dass, anders als in vielen Nachbarländern, der private Stromverbrauch kaum bis gar nicht zeitnah und digital erfasst werden kann.
Das Netz organisiert sich damit größtenteils im Blindflug. Erst an den Trafostationen erfährt man mehr. Preissignale für Privathaushalte fehlen fast komplett.
Ein solches hätte indirekt durch Energy Sharing gesetzt werden können. Es hätte sich lohnen können, lokalen Wind- und Solarstrom sofort zu nutzen. Aber schon die zusätzlichen Netzentgelte, die nach der Logik der Energiegemeinschaft gar nicht mehr berechtigt wären, senken das Sparpotenzial für beide Seiten auf annähernd null. Dass viele Modelle und Möglichkeiten zudem ausgeschlossen werden, lässt die Idee in der Breite gar nicht erst ankommen.
Entsprechend äußert Andreas Schmitz in seinem Videobericht die Vermutung, dass das Energy Sharing bewusst unattraktiv ausgestaltet wurde. Schließlich hätten Energieversorger davon nichts und Netzbetreiber hätten viel Aufwand. Entsprechend wäre es denkbar, dass gezielt auf die Regelungen eingewirkt wurde.
An dieser Stelle sei aber auch an Hanlons Rasiermesser(öffnet im neuen Fenster) erinnert, wonach etwas, das mit voller Absicht erfolgt sein könnte, auch nur auf Unvermögen oder in diesem Fall technische Limitiertheit zurückgeführt werden kann.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

