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Netzbetreiber: Ausbau mit Förderung dauert länger und ist teurer

Warum die Netzbetreiber wenn möglich Glasfaser lieber selbst ausbauen wollen als im Förderverfahren, wollte Golem.de vom VATM- Geschäftsführer wissen.
/ Achim Sawall
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Glasfaserausbau bei Vodafone (Bild: Vodafone Deutschland)
Glasfaserausbau bei Vodafone Bild: Vodafone Deutschland

Netzbetreiber sind gegen unnötige Förderverfahren beim Glasfaserausbau, weil diese mit viel bürokratischem Aufwand verbunden seien. Das sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am 16. März 2022 im Gespräch mit Golem.de. "Dabei geht es immer nur darum, unnötige Förderung zu vermeiden, nicht nötige."

Ausbau mit Förderverfahren dauere zwei bis drei Jahre länger, "man baut teurer und Mehreinnahmen müssen über sieben Jahre aufwendig ausgewiesen und an den Staat abgeführt werden" , erklärte Grützner. "Sie müssen eine sehr detaillierte Planung vorlegen und in zwei Drittel der Fälle macht es dann ein anderer."

Der VATM will darum, dass KI-gestützte Planungstools den Glasfaserausbau beschleunigen. Doch das drohe aufgrund der ablehnenden Haltung einiger Länder, darunter Bayern, zu scheitern, erklärte VATM-Präsident David Zimmer(öffnet im neuen Fenster) . Um endlich schneller zu werden, müssten KI-gestützte Potenzialanalysen den Markterkundungs- und Förderverfahren vorgeschaltet werden, betonte Zimmer.

Was macht KI beim Glasfaserausbau?

Bei den KI-Analysen werden Geodaten, Entfernungen der Häuser und die Zahl der Haushalte miteinander abgeglichen. Damit könne leicht ermittelt werden, ob die jeweiligen Gebiete eigenwirtschaftlich ausgebaut werden können und wo genau Förderung erforderlich sein werde, erklärte Zimmer. Auf Knopfdruck zeigten KI-gestützte Planungstools inzwischen präzise, wo sich der Ausbau lohne und wo Förderung erforderlich sei.

Große Netzbetreiber im VATM (Verband für Telekommunikation und Mehrwertdienste) sind Deutsche Glasfaser, Vodafone, Colt, DB Netze Broadband, Gasline, Deutsche Giganetz, 1&1 Versatel, EWE oder DNS:NET.

Am Donnerstag, dem 17. März 2022 wird Volker Wissing (FDP), Bundesminister für Digitales und Verkehr, die Grundlagen der Gigabitstrategie mit Vertretern der Telekommunikationsbranche und den Verbänden diskutieren. Ziel sei "Glasfaser bis ins Haus und den neuesten Mobilfunkstandard überall dort, wo Menschen leben, arbeiten oder unterwegs sind" , erklärte sein Ministerium.


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