Netzausfall: Anwohner kühlen Telekom-Gehäuse mit Sonnenschirm

Anwohner haben einen Verteilerkasten der Deutschen Telekom mit einem Sonnenschirm beschattet, damit ihr Internetzugang bei großer Hitze funktioniert. Das berichtet die Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Angaben der Betroffenen in Liederbach (Hessen). Nach den Informationen der Boulevardzeitung fiel seit Mai immer wieder für ein medizinisches Schreibbüro von Petra Rüdiger(öffnet im neuen Fenster) und 400 weitere Nachbarn bei Temperaturen um die 30 Grad die Internetversorgung aus.
Sie stellten fest, dass an dem Telekom-Verteilerkasten der Lüfter laut brummte. "Wenn ich meinen Sonnenschirm darüber aufspannte, war die Verbindung zum Netz plötzlich wieder da" , sagte Rüdiger der Bild-Zeitung. "Wenn mittags bei 30 Grad die Sonne auf den Telekom-Verteilerkasten knallt, habe ich stundenlang weder Telefon noch Internet."
Rüdiger sagte Golem.de: "Wir wussten nach zwei Tagen, wo der Fehler liegt, aber die Telekom hat fast drei Wochen gebraucht, um das zu beheben. Laut Techniker ging es um die Kosten, weil hier ein Klimagerät in den Verteilerkasten eingebaut werden musste." Sie ist Geschäftskundin bei Vodafone, wo sie einen DSL-50.000-Zugang (50 MBit/s) gebucht hat. Die Anwohner sind durch eine Facebook-Gruppe vernetzt.
Telekom: Verteilerkasten funktioniert wieder
Die Telekom entschuldigte sich für das Problem. Telekom-Sprecherin Gabriele Michalek erklärte Golem.de am 7. Juni 2022 zum gegenwärtigen Stand: "Der Verteilerkasten ist voll funktionsfähig und die Kundenanschlüsse sind online. Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden die gebuchten Service nutzen können." Durch zu große Wärmeentwicklung wie bei hoher Sonneneinstrahlung könne es zu technischem Fehlverhalten kommen, erklärte Michalek. In einem Verteilerkasten seien dann Beeinträchtigungen der Funktionstüchtigkeit möglich.
"Die Kollegen von der Technik haben vor Ort durch eine veränderte Anordnung der Baugruppen innerhalb des Multifunktionsgehäuses die Luftzirkulation verbessert. Zusätzlich haben sie einen weiteren Ventilator eingebaut und am 28. Juni in Betrieb genommen" , sagte Michalek.
Vodafone vermarktet DSL-Zugänge im Netz der Telekom. Der Betreiber eines Koaxialnetzes hat bei (V)DSL keine eigene Infrastruktur und ist reiner Weiterverkäufer. VDSL und Vectoring benötigt eine aktive Kühlung.



