Netzausbau: "Telekom ist an der Grenze der Investitionsmöglichkeiten"
Die Deutsche Telekom hat eine gewisse Grenze bei den Ausgaben für den Netzausbau erreicht. Das sagte Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter Breitbandkooperationen des Konzerns, am 27. März 2019 auf den Fiberdays(öffnet im neuen Fenster) in Wiesbaden. "Wir sind an der Obergrenze dessen, was wir investieren können", erklärte Blankenburg. "Wir kriegen es nicht alleine hin, wenn wir kooperieren, erreichen wir in Summe mehr Flächendeckung." Ein Fiber Business Case rechne sich erst in 15 bis 30 Jahren.
Bei der Gründung des Joint Ventures Glasfaser Nordwest von Telekom und EWE für 1,5 Millionen Haushalte in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremen warte man noch auf die Regulierungsfreigabe von der Bundesnetzagentur. "Wir wissen nicht, ob wir reguliert werden bei Kooperation mit EWE. Davon hängt vieles ab. Wir bieten dabei Open Access für jeden", erklärte Blankenburg.
Eine weitere große Kooperation sei der FTTH-Ausbau im Raum Stuttgart. Nach den Worten von Blankenburg sei "der Ausbau eine Mischung aus Telekom-Geld, öffentlichem Geld und kommunalen Beiträgen" und somit ein sinnvoller Weg, zu Kooperation zu kommen. Dabei setze man nicht nur auf eine Infrastrukturgesellschaft, die ausbaut, sondern auch auf Kooperation bei der Vermarktung und beim Betrieb. Nötig sei eine Servco (Servicekooperation) der Diensteanbieter, eine Netco (Netzkooperation) der Netzbetreiber, die sich gegenseitig Netzkomponenten zur Verfügung stellt, und eine Intco (Internetkooperation) der Netzbesitzer. "Wir bauen so viel wie wir können, werden es aber nicht allein schaffen", betonte Blankenburg.
Auch Norbert Westfal, Präsident Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) und Geschäftsführer Ewe Tel, sagte: "Der Ausbau kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen, es kann kein Einzelner alleine schaffen, egal wie groß oder klein." Die alternativen Betreiber stemmten derzeit 80 Prozent des Glasfaserausbaus (FTTB/FTTH). Er wünsche sich, dass sich hier bei den Großen mehr entwickle. Dabei liege das Primat der Mitglieder beim eigenwirtschaftlichen Ausbau. "Wir brauchen Förderung, aber keine Förderflutung", betonte Westfal.
Laut Patrick Burghardt, Staatssekretär beim Digitalministerium in Hessen, werden in dem Bundesland 1 Milliarde Euro in den nächsten fünf Jahren für die Digitalisierung ausgegeben. "Am Ende bewirkt es das Geld", sagte Burghardt. Die Tiefbaupreise stiegen stark an: In der Vergangenheit hat das Land Hessen Ausbaumaßnahmen gefördert, da war man bei 50 Euro pro Meter Tiefbau. "Jetzt sind wir bei 180 Euro pro Meter."
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer Deutscher Städte- und Gemeindebund, klagte, dass alle 5G wollten, aber keiner wolle den Mast vor der Tür haben. "Aber wir brauchen viele Masten", erklärte Landsberg.
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