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Netzausbau: Facebook-Roboter wickelt Glasfaser um Stromkabel

Glasfaser auf Masten zu verlegen, kann sehr viel Aufwand bedeuten. Mit viel Technik will Facebook dafür künftig Stromleitungen wiederverwenden.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Roboter verlegt Glasfaser auf einer Stromleitung.
Ein Roboter verlegt Glasfaser auf einer Stromleitung. (Bild: Facebook)

Der Ausbau von flächendeckenden Glasfasernetzen kann extrem aufwendig werden, vor allem, wenn diese im Tiefbau verlegt werden. Als Alternative dazu wird aber auch immer mehr auf Luftkabel gesetzt, wie wir das etwa in einem Kommentar gefordert haben. Doch auch hierbei muss erst oft viel neue Infrastruktur erstellt werden. Facebook hat nun in Kooperation mit weiteren Partnern ein System vorgestellt, mit dem Glasfaser einfach auf bestehenden Mittelspannungsnetzen verlegt werden können. Das soll den Ausbau massiv beschleunigen und Kosten senken.

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Der wichtigste Bestandteil dieser Idee ist ein Roboter, der in der Lage dazu ist, ein Glasfaserkabel auf einem bestehenden Stromkabel zu verlegen. Dabei hängt der Roboter auf dem Kabel selbst, fährt an diesem entlang und umwickelt letztlich das Stromkabel mit dem Glasfaserkabel. Laut Aussagen des Teams ist der Roboter zusätzlich dazu in der Lage, Hindernisse zu überwinden, wie eben die regelmäßigen Aufhängungen der Kabel an den Masten.

Damit dies praktisch umsetzbar ist, mussten die Beteiligten aber nicht nur den Roboter selbst bauen, sondern auch ein neues Glasfaserkabel entwickeln. Denn diese sind üblicherweise viel zu schwer, um sie einfach zusätzlich an bestehende Kabel zu hängen. Ebenso musste das verkleinerte Kabel flexibel genug sein, um in einer speziellen Transportkiste untergebracht werden zu können, die so gestaltet ist, dass der Roboter nicht aus dem Gleichgewicht kommt und herunterfällt.

Schnell und günstig

Die Idee für den Glasfaserausbau, bestehende Mittelspannungsnetze zu verwenden, hat den Vorteil, dass diese auch in ländlichen und sehr armen Regionen üblicherweise weit verbreitet sind und eben so gut wie immer in besiedelte Gebiete führen. Darüber Glasfaser zu verlegen, bringt eine schnelle Internetverbindung damit sehr nah an jene Menschen, die bisher nur unzureichend versorgt sind.

Laut Facebook reduzierten sich die Kosten bei dieser Ausbaumethode im Vergleich zu herkömmlichen Luftkabeln für Glasfaser um das Drei- bis Fünffache. Für den Ausbau würde außerdem nur sehr wenig Personal benötigt und mit Hilfe des Roboters könnten rund 1,5 bis 2 km Leitung pro Tag verlegt werden.

Facebook beteiligt sich seit Jahren direkt und über Kooperation an der Forschung und dem Ausbau von Internetinfrastruktur. Dazu gehören Seekabel, einfache Outdoor-Wireless-Verbindungen, GBit-Wi-Fi für Städte, eine offene Routingplattform und sogar ein eigener LTE-Stack.

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guert 17. Jul 2020

... mit hohem Gewinnpotential: " ... Laut Facebook reduzierten sich die Kosten bei dieser...

M.P. 15. Jul 2020

Auf dem Foto sieht der mittlere Leiter nach Erdseil aus... Da könnte der Roboter ggfs...

minnime 14. Jul 2020

Genau deswegen werden sie ja umwickelt. Bei Ausdehnung wird einfach der Abstand der...

BlindSeer 14. Jul 2020

Ich dachte du meinst verknotet. :D Wobei die Frage ist wer das alles noch kennt hier. ;)

derLaie 14. Jul 2020

Telefonkabel die um Elektrische gewickelt werden sieht man überall in Osteuropa wo viele...


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