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Netzausbau: 1&1 nimmt laut Dommermuth jeden Tag fünf Masten in Betrieb

Dommermuth zeigt sich im Handelsblatt-Interview zufrieden mit dem 1&1 Netzausbau und äußert sich zur Bundesnetzagentur und Telefónica Deutschland.
/ Marius Pieruschka
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Dommermuth kündigt im Handelsblatt eine Klage gegen die Bundesnetzagentur an. (Bild: 1&1)
Dommermuth kündigt im Handelsblatt eine Klage gegen die Bundesnetzagentur an. Bild: 1&1

Ralph Dommermuth, CEO von 1&1, hat dem Handelsblatt ein ausführliches Interview (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) gegeben. In dem Gespräch ging es neben Fragen der digitalen Unabhängigkeit von den USA auch um den Ausbau des eigenen 5G-Netzes und um die Frequenzverlängerung der Bundesnetzagentur.

Dommermuth bereue es nicht, Milliarden für Frequenzen und Netzausbau ausgegeben zu haben. Vielmehr spricht er von einer alternativlosen Entscheidung. Vor allem Telekom und Vodafone hätten versucht, 1&1 aus dem Markt zu drängen, indem sie den heutigen Netzbetreiber nicht mehr als Wiederverkäufer beliefern wollten: "Wir konnten also zuschauen, wie das Geschäft langsam erodiert, oder das Grundproblem lösen und selbst ein Netz bauen."

Zum Jahreswechsel 2025 hätte 1&1 insgesamt 27 Prozent der Haushalte mit dem 5G-Netz erreicht, dies liege über den geforderten 25 Prozent der Bundesnetzagentur. Der Netzbetreiber nimmt laut Dommermuth jeden Tag fünf Masten in Betrieb. In einer Pressemitteilung vom 17. Dezember 2025(öffnet im neuen Fenster) sprach der Netzbetreiber noch von 25 Prozent der deutschen Haushalte, im Interview mit dem Handelsblatt nannte der CEO eine etwas höhere Zahl.

1&1 möchte gegen Bundesnetzagentur klagen

Ralph Dommermuth sprach offen über seinen Unmut, dass die Bundesnetzagentur die Frequenzen nicht wie üblich versteigert, sondern die Nutzung für Telekom, Vodafone und O2 einfach verlängert hätte: "Die sogenannte 'Verlängerung' war faktisch keine Verlängerung. Die Nutzungsrechte liefen am 31.12.2025 aus und die Frequenzen gehörten wieder der Bundesrepublik. (...). Das ist nicht okay und dagegen klagen wir."

Eine Klage ist für Dommermuth alternativlos, schließlich brauche 1&1 wie jeder andere Netzbetreiber Frequenzen. Im März 2025 gab die Bundesnetzagentur bekannt, die Mobilfunkfrequenzen erstmals nicht über Versteigerung zu vergeben, sondern die Nutzung zu verlängern. Netzbetreiber sollten Milliarden lieber für den Netzausbau statt für die Ersteigerung von Frequenzblöcken verwenden, war eines der Hauptargumente für die Frequenzverlängerung.

Partnerschaft mit Telefónica Deutschland neu definieren

Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Telekom, Vodafone und Telefónica, 1&1 einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Verhandlungen gestalteten sich hier zuletzt schwierig.

Ebenso sprach Dommermuth über die Verfahrensfehler bei der Frequenzauktion aus dem Jahr 2019. Dabei wollte er nicht über Bedingungen der neuen Auktion spekulieren, erst einmal müsse man die Frage klären, ob es überhaupt eine neue Auktion gäbe. Bereits 2024 hatte das Verwaltungsgericht Köln die Frequenzauktion aus dem Jahr 2019 wegen politischer Einflussnahme für rechtswidrig erklärt, eine Neuauflage der Auktion ist möglich.

1&1 könnte sich den Kauf von Telefónica Deutschland vorstellen

Telefónica-Chef Marc Murtra sprach kürzlich über die Option, dass sich auf dem deutschen Markt verschiedene Anbieter zusammenschließen. Auf die Frage, ob 1&1 sein Mobilfunkgeschäft an Telefónica verkaufen würde, antwortet Dommermuth schlicht: "Daran denke ich nicht." Er könne sich vielmehr vorstellen, Telefónica in Deutschland zu kaufen, aber dies sei aktuell unwahrscheinlich und reine Spekulation.

Im Oktober 2025 hieß aus Insider-Kreisen, dass Telefónica Deutschland und 1&1 nach Möglichkeiten suchen, ihre Partnerschaft neu zu definieren, auch eine Übernahme von 1&1 durch Telefónica stand dabei im Raum.


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