• IT-Karriere:
  • Services:

Netzangriffe: DDoS-Botnetz weitet sich ungebremst aus

Ein kürzlich entdecktes Botnetz für DDoS-Angriffe breitet sich nach Angaben von Experten ungehemmt aus. Inzwischen seien auch Windows-Server gefährdet. Der Zweck der darüber gefahrenen Angriffe bleibt aber unklar.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Botnetz breitet sich ungehemmt aus, obwohl dessen Schadsoftware bereits seit längerem bekannt ist.
Ein Botnetz breitet sich ungehemmt aus, obwohl dessen Schadsoftware bereits seit längerem bekannt ist. (Bild: Tigersecurity)

Zunächst waren es hauptsächlich Linux-Server, die mit DDoS-Malware zu einem großen Botnetz zusammengeschlossen wurden. Inzwischen gibt es aber auch Windows-Server, die in das Netz integriert werden, das nach Angaben von Datenexperten bei Tigersecurity unaufhörlich wächst. Mittlerweile werden Angriffe mit bis zu 200 Gbps gemessen, durchschnittlich seien es 180 Gbps. Dieses Volumen sei deshalb bemerkenswert, weil dabei keine Verstärker genutzt worden seien. Tigersecurity nennt das Netz Operation Distributed Dragons.

Stellenmarkt
  1. Pfennigparade SIGMETA GmbH, München
  2. DATAGROUP Köln GmbH, Wuppertal

Die Angreifer hatten zunächst Schwachstellen in Tomcat und Apache Struts sowie in Elastic Search genutzt, um die Malware auf Linux-Servern zu installieren. Während die Infektion recht leicht zu erkennen und zu beheben ist, ist die von den Angreifern genutzte Infrastruktur durchaus ausgefeilt. Über C&C-Server werden die infizierten Server gesteuert und können zahlreiche verschiedene Angriffe starten, darunter Flooding mit SYN-Paketen, über DNS oder UDP und über ICMP. Die Angreifer nutzen sogar übernommene Rechner als C&C-Server, etwa die einer Hotelkette in China oder sogar einen Server eines US-Unternehmens, das Maßnahmen gegen DDoS-Angriffe anbietet.

Adressbuch von angreifbaren Servern

Auf den C&C-Servern seien zusätzlich ein HTTP-Dateiserver sowie Microsofts Internet Information Services installiert. Darüber werde dann weitere Schadsoftware ausgeliefert. Außerdem laufe dort Microsofts Terminal Server, vermutlich um die C&C-Server zu steuern und zu verwalten. Auf den C&C-Servern entdeckten die Datenexperten außerdem Listen von funktionierenden 0Days sowie eine Liste von IP-Adressen von Servern samt gültigen Zugangsschlüsseln. Diese hatten die Angreifer offenbar über diverse Schwachstellen in SSH-Diensten ergaunert. Bemerkenswert sei auch der Einsatz der Verwaltungssoftware China Chopper. Es handle sich dabei um eine Web-basierte Shell für Linux und Windows-Rechner, die äußerst schwierig zu entdecken sei. Außerdem gebe es vier verschiedene Werkzeuge, mit denen die DDoS-Angriffe oder die übernommenen Rechner gesteuert werden können.

Die Verwendung dieser Software weise auch auf das Herkunftsland der Urheber des Botnetzes hin: China. Das geht auch aus einer Analyse der Gruppe Malware Must Die hervor. Allerdings sei es nahezu ausgeschlossen, dass die Angreifer im Auftrag der Regierung handelten, denn auch chinesische Behördenrechner seien Opfer der großangelegten Angriffe gewesen. Die meisten angegriffenen Rechner seien in Kanada zu verzeichnen, gefolgt von den Niederlanden, Ungarn und Deutschland.

Zweck noch ungewiss

Tigersecurity geht in seiner aktuellen Analyse davon aus, dass die Anzahl der gekaperten Rechner sowie die Intensität der Angriffe aus diesem einen Botnetz weiter zunehmen werden. Inzwischen sei auch die Windows-Variante der Angriffssoftware im Umlauf. Möglicherweise sind auch Heimrechner mit installiertem Windows Ziel der Angreifer geworden. Eine Variante für die ARM-Plattform gibt es bereits und sie wird vermutlich auf gehackten Routern genutzt.

Welchem Zweck die DDoS-Angriffe dienen, lässt sich gegenwärtig nicht erklären. Die angegriffenen Rechner kämen aus teils erheblich unterschiedlichen Unternehmenssparten und es lasse sich deshalb keine einheitliche Linie erkennen. Möglicherweise handeln die Angreifer im Auftrag von Kunden, die ihren Rivalen schaden wollen. Auch damit lässt sich offenbar inzwischen gutes Geld verdienen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 159,90€ (Bestpreis!)
  2. (u. a. HP Pavilion 32 Zoll Monitor für 229,00€, Steelseries Arctis Pro wireless Headset für 279...
  3. ab 62,99€
  4. (aktuell u. a. HyperX Alloy Elite RGB Tastatur für 109,90€, Netgear EX7700 Nighthawk X6 Repeater)

Moe479 23. Okt 2014

die frage was richtig und was falsch konfiguriert ist, ist eine frage des...

wirehack7 23. Okt 2014

Process Explorer und die laufenden Dienste anschauen. Das lustige ist, derzeit hat die...

AllDayPiano 23. Okt 2014

Was ist daran denn bitte passend? Du erfindest unzählige Eigenschaften zu einer...

nicoledos 22. Okt 2014

;) bei Botnetzen steht das eher für "Command and Control"


Folgen Sie uns
       


iPhone 11 - Test

Das iPhone 11 ist das günstigste der drei neuen iPhone-Modelle - kostet aber immer noch mindestens 850 Euro. Dafür müssen Nutzer kaum Kompromisse bei der Kamera machen - das Display finden wir aber wie beim iPhone Xr antiquiert.

iPhone 11 - Test Video aufrufen
Social Engineering: Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung
Social Engineering
"Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung"

Prävention reicht nicht gegen Social Engineering und die derzeitigen Trainings sind nutzlos, sagt der Sophos-Sicherheitsexperte Chester Wisniewski. Seine Lösung: Mitarbeiter je nach Bedrohungslevel schulen - und so schneller sein als die Kriminellen.
Ein Interview von Moritz Tremmel

  1. Social Engineering Mit künstlicher Intelligenz 220.000 Euro erbeutet
  2. Social Engineering Die unterschätzte Gefahr

Von Microsoft zu Linux und zurück: Es gab bei Limux keine unlösbaren Probleme
Von Microsoft zu Linux und zurück
"Es gab bei Limux keine unlösbaren Probleme"

Aus Ärger über Microsoft stieß er den Wechsel der Stadt München auf Linux an. Kaum schied er aus dem Amt des Oberbürgermeisters, wurde Limux rückgängig gemacht. Christian Ude über Seelenmassage von Ballmer und Gates, die industriefreundliche CSU, eine abtrünnige Grüne und umfallende SPD-Genossen.
Ein Interview von Jan Kleinert


    Kognitive Produktionssteuerung: Auf der Suche nach dem Universalroboter
    Kognitive Produktionssteuerung
    Auf der Suche nach dem Universalroboter

    Roboter erledigen am Band jetzt schon viele Arbeiten. Allerdings müssen sie oft noch von Menschen kontrolliert und ihre Fehler ausgebessert werden. Wissenschaftler arbeiten daran, dass das in Zukunft nicht mehr so ist. Ziel ist ein selbstständig lernender Roboter für die Automobilindustrie.
    Ein Bericht von Friedrich List

    1. Ocean Discovery X Prize Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

      •  /