Netzallianz: Telekom will kein Gigabit-Ziel für Deutschland

Deutschland soll flächendeckend bis zum Jahr 2025 gigabitfähige Anschlüsse erhalten. Das wollen alle in der Netzallianz, in der Betreiber und das Bundesinfrastrukturministerium zusammenarbeiten. Alle, außer der Deutschen Telekom, die eine solche Einigung ablehnt. Der Betreiber findet die Ziele nicht realistisch.

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Telekom-Chef Timotheus Höttges im November 2015
Telekom-Chef Timotheus Höttges im November 2015 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Die Deutsche Telekom will sich in der Netzallianz auf kein Ziel für gigabitfähige Anschlüsse in Deutschland festlegen. Das hat Golem.de aus informierten Kreisen erfahren. Die Netzallianz ist ein Gremium des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Bundesnetzagentur, führende Telekommunikationskonzerne und Verbände angehören, um Investitionen der kommenden Jahre und mögliche Förderung zu diskutieren und Kursbücher festzuschreiben.

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"Auf der vergangenen Sherpa-Sitzung am Donnerstag hatten alle Teilnehmer inklusive Bundesministerium sich erstmals auf die Formulierung verständigt, dass ein weitgehend flächendeckender Ausbau von gigabitfähigen Anschlüssen bis 2025 erforderlich ist. Nur die Telekom verweigerte ihre Zustimmung und auch die Frist am Freitag um 15 Uhr verstrich ohne Ergebnis."

Vectoring für immer

Damit sei klar, dass die Telekom "völlig isoliert von Politik und Markt an Übergangslösungen festhalten" wolle, sagte eine Person Golem.de.

Alle Branchenvertreter in der Netzallianz - außer der Telekom - hätten sehr begrüßt, dass auch das Bundesministerium erkannt habe, dass es auf die Glasfaseranschlüsse und nicht das Kilometerzählen ankommt. Das Ministerium sei "hier auf dem richtigen Weg."

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Telekom Sprecher Philipp Blank sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir wollen die Gigabit-Gesellschaft und setzen uns dafür ein, realistische Ziele zu formulieren und entsprechende Handlungsbedarfe zu benennen. Bislang haben die Wettbewerber in den Beratungen der Netzallianz nicht aufzeigen können, wie sie Ziele erreichen wollen und auch keine höheren Investitionen in Aussicht gestellt. Das ist keine Basis, um sich als Branche auf ein Gigabit-Ziel zu einigen."

Der flächendeckende Breitbandausbau mit 50 MBit/s bis zum Jahr 2018 ist eines der Ziele der Digitalen Agenda, die die große Koalition vor zwei Jahren vorgestellt hatte. Um dies zu erreichen, waren die Bundesmittel von 2,7 auf 4 Milliarden Euro aufgestockt worden. Nach dem aktuellen Stand wird die Vorgabe bis Ende 2017 nicht erreicht.

In Deutschland verfügen 71,2 Prozent der Haushalte über Internet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 MBit/s. Das entspricht immerhin einem Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013. Bei 64,9 Prozent der Haushalte sind die Anschlüsse heute schneller als 100 MBit/s. Das ging aus der Antwort des Bundesministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner hervor.

Deutschland ist seit 2016 zusammen mit Kroatien und Polen erstmals im FTTH-Europa-Ranking. Um in diese Statistik zu kommen, muss die Rate der FTTH/B-Teilnehmer mehr als ein Prozent der Gesamtanzahl der Haushalte betragen. Deutschland liegt jedoch nur auf dem vorletzten Platz des Rankings und damit hinter 27 anderen Staaten.

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Ovaron 12. Nov 2016

maverick1977 hätte beinahe geschrieben: Und damit hättest Du zweifelsfrei Recht gehabt...

Ovaron 12. Nov 2016

Der Ex-Monopolist baut jedes Jahr mit Milliardenbeträgen aus. Ernsthaft! Warum wohl...

bombinho 11. Nov 2016

Ja, das kann man der Seite 8 des Reports recht detailliert entnehmen, mit Umsatz, Gewinn...

bombinho 09. Nov 2016

Billig? Im Sinne von Wahnsinnsleistung und geringer Preis oder im Sinne von voller Preis...



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