Abo
  • Services:

Netzabdeckung: Nutzer meckern über die Funkloch-App

Die App, mit der die Bundesnetzagentur Lücken im Mobilfunknetz auffinden will, verärgert Nutzer - mit Abstürzen und Fehlern bei der Messung oder Übertragung.

Artikel von Stefan Krempl veröffentlicht am
Die App zur Breitbandmessung verärgert viele Nutzer.
Die App zur Breitbandmessung verärgert viele Nutzer. (Bild: Golem.de)

Die seit Ende Oktober verfügbare Smartphoneanwendung Breitbandmessung, mit der das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die Bundesnetzagentur den Funklöchern Deutschlands auf die Spur kommen wollen, fällt bei einem Großteil der Nutzer durch. In den Appstores von Apple und Google kommt das Programm nur auf 2,2 beziehungsweise 2,3 von fünf möglichen Sternen, was unter Durchschnitt ist. In Tausenden Rezensionen lassen Anwender zudem ihrem Frust und ihrer Enttäuschung über die App freien Lauf.

Inhalt:
  1. Netzabdeckung: Nutzer meckern über die Funkloch-App
  2. Bundesnetzagentur bedauert Schwierigkeiten

"Es ist die Installation nicht wert", schreibt etwa Andreas W. Die Anwendung verschleiere das wahre Ausmaß der Funklochrepublik Deutschland. "Leider werden weder Netzqualität noch Netzstärke erfasst", kritisiert er wie viele andere Rezensenten. Auch wenn Telefonate abbrechen, gehe das Programm von einer Netzverfügbarkeit aus.

Die App "meldet an manchen Stellen ein Netz, wenn Telefonieren nicht möglich ist", schreibt Franz B. "Eine Klassifizierung der Empfangsqualität wäre dringend notwendig." Es werde nicht geprüft, ob man mit einem Restchen Verbindungsanzeige tatsächlich noch telefonieren könne, beklagt auch Ali A. Er habe den Verdacht, dass die Aktion letztlich als "Alibi für die Netzbetreiber" dienen werde, "sich weiterhin vor einem ausreichenden Ausbau zu drücken". Der Ansatz sei "realitätsfern und damit unbrauchbar!"

Falsche Aufzeichnung

"Leider werden die Statistiken von dieser App entweder wissentlich oder unwissentlich falsch aufgezeichnet", schreibt Marcus F. "Der Zustand dieser App passt zum Zustand des Mobilfunknetzes in Deutschland", urteilt Felix B. Auch die für eine Messreihe erforderliche Ortung eines Mobilgeräts schlägt den Bewertungen zufolge oft fehl, selbst wenn andere Apps über ausreichende GPS-Koordinaten verfügen. Viele Nutzer monieren zudem, dass die Anwendung häufig abstürze oder den Akku geleert habe und im entscheidenden Moment die Ergebnisse nicht übertragbar gewesen seien.

Stellenmarkt
  1. Labor Kneißler GmbH & Co. KG, Burglengenfeld bei Regensburg
  2. STI Freight Management GmbH, Duisburg

Christina Hegwein, Referentin Digitale Gesellschaft im BMVI, erklärt in einem Video ihres Hauses: Die Funkloch-App sei dazu da zu schauen, "wo in Deutschland welche Technologie - also kein Netz, 2G, 3G oder 4G - vorhanden ist". Christoph Sudhues von der Ismaninger Entwicklungsfirma Zafaco ergänzt, es werde unterwegs "in regelmäßigen Abständen immer das Netz gescannt." Es werde registriert, ob an der Geoposition des Nutzers ein Netz vorhanden sei und wenn ja, in welcher Technologie.

Nach dem Stopp einer Messreihe werden die Daten laut Sudhues anonymisiert "zur Breitbandmessung" übertragen, der die App eigentlich dient, und seien auf dem Handy zudem weiterhin in einer tabellarischen Ansicht abrufbar. Ziel der erweiterten Funktionalität der App ist es, ein möglichst genaues Abbild von Lücken in den Mobilfunknetzen der derzeit drei Betreiber zu erstellen und diese anschließend gegebenenfalls mit neuen Antennenstandorten zu beheben. Sobald "genügend Daten" vorliegen, will die Bundesnetzagentur diese in einer detaillierten Karte zusammenfassen und veröffentlichen.

Für Zwischenbilanz zu früh

Nach knapp vier Monaten Einsatzzeit ergibt sich aus den bisher gesammelten Messwerten aber offenbar noch kein rundes Bild. Rund 600.000-mal sei die App heruntergeladen worden, erklärte das BMVI dem Tagesspiegel. Wie oft sie wieder deinstalliert wurde, ist nicht bekannt. Die Publikation einer Übersicht, in der die Ergebnisse dargestellt werden sollen, ist laut der Bundesnetzagentur für die erste Jahreshälfte geplant. Für eine Zwischenbilanz sei es derzeit noch zu früh.

Gut 44 Millionen "Erfassungspunkte" sollen bisher vorliegen. Über die gesuchten weißen Flecken verrät diese Größe jedoch nichts. Ab einer Geschwindigkeit von über zehn Metern pro Sekunde werde im maximalen Abstand von 50 Metern ein Messpunkt registriert, erläutert das Verkehrsressort. Dies sei etwa während Fahrten mit Auto oder Zug der Fall. Bei einer Geschwindigkeit zwischen 4 und 10 m/s bei einer Radtour erfolge die Erfassung im Abstand von rund 25 Metern. Bei geringeren Geschwindigkeiten eines Fußgängers erfolge die Messung im Abstand von rund 10 Metern.

"Ein Funkloch ist im Sinne der App vorhanden, wenn Ihr Handy keine Verbindung zum Netz Ihres Mobilfunkanbieters aufbauen kann", heißt es weiter im Beipackzettel zu der App. Gegebenenfalls könnten an dieser Stelle andere Nutzer Netz haben. Dies sei teils abhängig von der "vereinbarten Leistung des Mobilfunkvertrages" oder von "technischen Einflussfaktoren" wie zum Beispiel dem verwendeten Mobiltelefon. Die tatsächliche Signalstärke wird zunächst nicht ermittelt, was viele Anwender verärgert.

Bundesnetzagentur bedauert Schwierigkeiten 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,49€
  2. 18,49€
  3. 31,99€
  4. 24,99€

Vinnie 28. Feb 2019 / Themenstart

Auch ich hatte vor allem mit Telekom und damals E-Plus, bei Vodafone von der Arbeit...

Prokopfverbrauch 26. Feb 2019 / Themenstart

Naja das ist schon eine plakative Darstellung und auch Übertreibung. Fakt ist, dass aber...

ikhaya 26. Feb 2019 / Themenstart

Wenn ich in einer Großstadt untertage an der Sbahn stehe und nix geht während die Ubahn...

Olliar 26. Feb 2019 / Themenstart

Cellmapper , Ah thanks, Die Frage bleibt: Warum braucht BeNeta eine eigene App und nicht...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


The Division 2 - Test

The Division 2 ist ein spektakuläres Spiel - und um einiges besser als der Vorgänger.

The Division 2 - Test Video aufrufen
Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. EC2 G4 AWS nutzt Nvidias Tesla T4 für Inferencing-Cloud
  2. Zotac Geforce GTX 1660 Ti im Test Gute 1440p-Karte für unter 300 Euro
  3. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX

Fido-Sticks im Test: Endlich schlechte Passwörter
Fido-Sticks im Test
Endlich schlechte Passwörter

Sicher mit nur einer PIN oder einem schlechten Passwort: Fido-Sticks sollen auf Tastendruck Zwei-Faktor-Authentifizierung oder passwortloses Anmelden ermöglichen. Golem.de hat getestet, ob sie halten, was sie versprechen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. E-Mail-Marketing Datenbank mit 800 Millionen E-Mail-Adressen online
  2. Webauthn Standard für passwortloses Anmelden verabschiedet
  3. Studie Passwortmanager hinterlassen Passwörter im Arbeitsspeicher

Pauschallizenzen: CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
Pauschallizenzen
CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern

Absurder Vorschlag aus der CDU: Anstatt die Urheberrechtsreform auf EU-Ebene zu verändern oder zu stoppen, soll nun der "Mist" von Axel Voss in Deutschland völlig umgekrempelt werden. Nur "pures Wahlkampfgetöse" vor den Europawahlen, wie die Opposition meint?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Europawahlen Facebook will mit dpa Falschnachrichten bekämpfen
  2. Urheberrecht Europas IT-Firmen und Bibliotheken gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform

    •  /