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Netz33: Neue Glasfaser statt 30 Jahre alte Kabel der Deutschen Bahn

Ein homogenes Glasfasernetz mit hoher Kapazität soll deutschlandweit entlang des Schienennetzes errichtet werden. Wir sprachen mit Netz33 von Niedax über die Ziele.
/ Achim Sawall
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Auf der geplanten Teststrecke in Teltow-Fläming am 27. April 2026 (Bild: Achim Sawall/Golem)
Auf der geplanten Teststrecke in Teltow-Fläming am 27. April 2026 Bild: Achim Sawall/Golem

Betreiber Netz33 von Niedax will sein neues bundesweites Glasfasernetz nur mit Ringstrukturen bauen. Das sagte Nick Hake, Leiter Produktmanagement und Technologie bei Netz33, am 27. April 2026 im Gespräch mit Golem. "Das heißt, wir arbeiten nur in Ringstrukturen. Wenn mal eine Einzelstrecke ausfällt, können wir eine Ersatzstrecke zur Verfügung stellen."

In einer Ringtopologie ist jeder Netzknoten mit zwei Nachbarknoten verbunden und bildet so eine Schleife. "Dadurch ist auch die Alternativroute nicht unbedingt viel länger als der Erstweg. Das heißt, wenn ich das in einem Aktivnetz betreibe, muss ich nicht großartig konfigurieren oder einsparen", erklärte Hake. "Das haben wir im Endeffekt bei so einem hochvermaschten Netz in dem Volumen am Ende des Tages nicht mehr."

Das Niedax-Tochterunternehmen Netz 33 baut seit dieser Woche südwestlich von Berlin eine 130 Kilometer lange Teststrecke auf. Die Teststrecke sei Teil eines Konzepts mit rund 33.000 Kilometern Länge, 10.000 Zugangspunkten und 300 Ringstrukturen.

Homogenes Netz am Schienenstrang

Glasfasernetze gebe es schon viele in Deutschland, räumte Hake auf Nachfrage ein. "Aber natürlich in einer sehr heterogenen Qualität. Und generell variiert das Ganze dann auch hinsichtlich der verfügbaren Kapazitäten. Es gibt ja auch zum Beispiel entlang von Schienenwegen Glasfaserkabel, die sind jedoch ungefähr 30 Jahre alt. Der Unterschied ist, unser Projekt ist komplett neu, die Flächendeckung ist homogen", sagte er. Dadurch sei alles in der gleichen Qualität. Doch das alte Netz entlang der Bahnlinie existiert bereits, während die Finanzierung des Projektes von Netz33 noch nicht gesichert ist.

Was die geplante Infrastruktur auf der Netzarchitekturseite sicher mache, sei die Topologie und die hohe Kapazität der Kabel, sagte Hake weiter. "Wir werden deutschlandweit auf einer einzigen Wellenlänge 800 GBit/s übertragen können. Perspektivisch dann 1,6 Terabit. Und das ohne zwischendurch optisch-elektrisch wandeln zu müssen und dadurch auch latenzoptimiert." Auch wenn man die größten Umwege nehme, um von Süd nach Nord zu kommen, sei man bei knapp 1.500 Kilometern. "Die 800 kriege ich noch um ein Vielfaches auf eine Faser drauf", erklärte der Entwicklungsingenieur. 800 GBit/s pro Kanal sind State of the Art, 1,6 TBit/s sind die nächste Evolutionsstufe.


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