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Innovationshemmende Konzentration befürchtet

Andererseits könnten Mobilfunkanbieter auf der neuen technischen Basis laut dem Wissenschaftler immer mehr Spezialdienste zusätzlich zum traditionellen Internet anbieten und dieses vom EU-Gesetzgeber offen gelassene Schlupfloch ausweiten. Wie etwa bei Streaminganbietern wäre Jacob zufolge dann eine Konzentration zu befürchten, "die auch innovationshemmend wirkt".

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Technisch sei 5G bereits weit gediehen, konstatiert der Experte. Nun würden die darauf aufsetzenden Anwendungen entwickelt, welche die Gesellschaft noch mitprägen könne. Wenn die Netzneutralität eine Überlebenschance haben solle, müssten dafür jetzt die regulatorischen Weichen gestellt werden. Dabei sei die EU genauso gefragt wie nationale Aufsichtsbehörden, hierzulande also die Bundesnetzagentur.

Politik und Regulierer sollen es richten

Spielraum für den Gesetzgeber und die Regulierer gibt es Jacob zufolge durchaus noch. So könnte etwa die Vergabe der Lizenzen für 5G auch mit "weiteren Bedingungen zur Netzneutralität" versehen werden. Die Bundesregierung sollte zudem in internationalen Standardisierungsgremien, in denen die technologische Entwicklung von Geräten und Infrastruktur auf globaler Ebene stattfinde, ihren Einfluss nutzen und derlei Prozesse aktiv gestalten.

"Mindestens sollte es darum gehen, dass eine Ausgestaltung von 5G im Einklang mit der Netzneutralität möglich ist", fordert der Forscher. Die technischen Protokolle dürften also nicht von vornherein mit dem Grundsatz des offenen Internets unvereinbar sein. Besser wäre es, "möglichst viel vom Prinzip der Netzneutralität schon in den globalen Standards zu verankern". Ferner sei eine Diskussion darüber nötig, "welche Art von Spezialdiensten wir eigentlich haben wollen".

Bundesnetzagentur sieht keine Probleme

Die Bundesnetzagentur sieht von 5G dagegen keine Gefahr für die Netzneutralität ausgehen. Die EU-Verordnung fürs offene Internet biete zumindest mit den Regeln über ein angemessenes Verkehrsmanagement sowie Spezialdienste ausreichend Optionen, auch Network Slicing rechtskonform auszugestalten, erklärte ein Behördensprecher Golem.de. Man beobachte aber die Entwicklung und eventuell mit 5G entstehende neue Geschäftsmodelle der Netzbetreiber. Letztlich müsse der Regulier dann immer den Einzelfall betrachten.

In Kreisen von Telekommunikationsausrüstern heißt es, dass Slicing praktisch schon immer existiert habe, indem dedizierte Netzressourcen für dedizierte Anwendungen bereitgestellt würden. So gebe es etwa längst Spezialnetze für den Internetzugang oder geschlossene private Netze für sicherheitsrelevante Anwendungen. Das einzig wirklich Neue an 5G in dieser Hinsicht sei, dass Netzdienste in einer flexibilisierten dynamischen und teilweise virtualisierten gemeinsamen Infrastruktur bereitgestellt würden.

Auch Branchenexperten schließen Konflikte mit der Netzneutralität nicht aus

Die Idee auf technologischer Ebene sei tatsächlich, dass bei dem geplanten hochpotenten Mobilfunknetz mit zusätzlichen Anwendungsszenarien wie autonomes Fahren, Smart Factory oder E-Health unterschiedliche Dienste unterschiedliche Anforderungen haben sollten und man diesen in unterschiedlichen Teilnetzen am besten gerecht werden könne, verlautbart aus der Branche. Wenn diese technische Entwicklung politisch im Sinne von Netzneutralität nicht gewünscht werde oder mit bestehendem Recht nicht vereinbar sei, habe dies gegebenenfalls Konsequenzen für die Breite der durch 5G ermöglichten, auf Latenzzeiten von Millisekunden und damit auf Slicing angewiesene Anwendungen.

Innerhalb der Subnetze mit unterschiedlichen Anforderungen sei Netzneutralität im Sinne der Gleichbehandlung aller Datenpakete aber auf jeden Fall gewährleistet, versichern Technologie-Experten. Es wäre also bei 5G zu unterscheiden zwischen Services mit grundlegend unterschiedlichen Ansprüchen, die am besten in unterschiedlichen, durch Slicing erzeugten Subnetzen behandelt würden sowie Diensten mit an sich gleichen oder sehr ähnlichen Bedürfnissen, die im gleichen Teilabschnitt "bedient" würden. Die Anforderungen der Chat-Nachricht, des Videostreams oder des Bremsvorgangs des selbstfahrenden Autos seien technologisch auf jeden Fall klar unterscheidbar, so dass dem jeweiligen Nutzer jeweils die bestmögliche Qualität geboten werden könne. Ob eine entsprechende technologische Unterscheidung in Subnetze politisch und rechtlich gewollt sei, müsse nun diskutiert werden.

 Network Slicing: 5G gefährdet die Netzneutralität - oder etwa nicht?Netzaktivist: Klassenbasierte Verkehrsdiskriminierung ist problematisch 
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FreiGeistler 18. Sep 2018

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Klausens 14. Sep 2018

Ahja, und weils O2 15 Monate nicht hinkriegt ihr Netz zum Laufen zu kriegen soll das...

M.P. 13. Sep 2018

Genau das meinte ich mit ".. weil auf Anbieterseite da keine gemeinsamen Interessen...

M.P. 13. Sep 2018

Bei jedem Fall von unerwartet langsamer Internet-Verbindung im Mobilnetz auf...


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