Netherrealm: Mortal-Kombat-11-Studio massiv kritisiert

Schwere Vorwürfe gegen die Netherrealm-Studios, Entwickler der traditionsreichen Mortal-Kombat-Reihe: Die Arbeitsbedingungen werden in einer ausführlichen Reportage als sehr problematisch beschrieben. Es geht vor allem um Überstunden und Sexismus.

Artikel veröffentlicht am , Jan Bojaryn
Ed Boon, Creative Director von Netherrealm
Ed Boon, Creative Director von Netherrealm (Bild: Warner Bros. Interactive)

Warner Bros. Interactive und die Netherrealm Studios stehen im Fokus einer ausführlichen Reportage, die am Wochenende bei Variety veröffentlicht wurde. Die Vorwürfe stammen laut dem Bericht von insgesamt sieben Interviewpartnern, einem "Mix aus aktuellen und ehemaligen Vollzeitbeschäftigten und Auftragsarbeitern".

Wirklich einig sind sich die Interviewten offenbar über massive Überstunden, die im Studio gang und gäbe seien. Mal ist von Sieben-Tage-Wochen mit insgesamt 60-70 Arbeitsstunden die Rede, mal von bis zu 100 Stunden pro Woche. Viele der Interviewten bleiben anonym. Ganz öffentlich hat dagegen der ehemalige Angestellte James Longstreet sich auf Twitter geäußert. Er habe im Jahr 2011 monatelang Überstunden geschoben, nachts nie länger als vier Stunden geschlafen.

Auch die allgemeine Kultur am Arbeitsplatz steht unter schwerer Kritik. Besonders häufig werden verschiedene Formen von Sexismus beschrieben. Frauen seien im Team-Chat als "Schlampe" bezeichnet und mit weiteren erniedrigenden Spitznamen versehen worden. Ein transsexuelles Teammitglied habe man als "Morph" bezeichnet. Auch ein Vergewaltigungswitz sei herumgemailt worden. Beschwerden seien häufig abgewiegelt worden. Dazu habe es in einem Gebäudeflügel lange Zeit nicht einmal eine Toilette für Frauen gegeben.

Netherrealm wird in dem Bericht als ein Studio mit einer schädlichen Cliquenkultur beschrieben, in dem alteingesessene Teammitglieder sich gegen Neue stellen und übereinander lästern. Die Respektlosigkeiten hätten sich etwa darin gezeigt, dass ein Büro mit neu eingestellten QA-Kräften als Raum für "Exilanten" bezeichnet worden sei, oder dass Teammitglieder, die "komplette Szenen für den Story-Modus geschaffen hatten", im Abspann nur als "Additional Support" stünden - ausgerechnet in dem Spiel Injustice. Zudem sei es gang und gäbe, Freiberufler für niedrige Stundenlöhne anzuheuern und zu Überstunden zu nötigen.

In einem Statement gehen die Netherrealm-Studios nicht näher auf die Vorwürfe ein, behaupten aber, sie würden die Vorwürfe "ernst nehmen" und "aktiv prüfen". In den letzten Monaten haben sich vergleichbare Berichte gemehrt. Schlechte Arbeitsbedingungen, Überstunden, Sexismus, Respektlosigkeit wurden in unterschiedlicher Gewichtung bei vielen großen Studios beklagt. Zuletzt stand Fortnite-Studio Epic Games wegen Überstunden in der Kritik.

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franzropen 07. Mai 2019

Du scheinst eine selektive Wahrnehmung zu haben, die alles ausblendet, sobald das Wort...

franzropen 07. Mai 2019

Das haben ja wohl die so genannten Personen zu beurteilen.

franzropen 07. Mai 2019

Ist ist eher so, dass ein AN der keine Überstunden machen will, in dem Bereich schwerer...

Muhaha 06. Mai 2019

Anderen geht es anders. Versuche Dich einfach mal in die Lage anderer Menschen zu...



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