Netflix muss mehr bieten als herkömmliche Sender

Im linearen Fernsehen hätten viele der Serien, die bei Netflix das vorzeitige Aus ereilt, wohl überlebt. Das liegt in erster Linie daran, dass sie in der Produktion deutlich günstiger sind als die Serien des Streaming-Anbieters.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiter Datenmanagement Netz (m/w/d)
    WEMAG Netz GmbH, Schwerin
  2. Anwendungsbetreuer (m/w/d) ERP System
    SAUTER Deutschland Sauter-Cumulus GmbH, Freiburg im Breisgau
Detailsuche

Dazu kommt, dass die Wertschöpfungskette weit größer ist: Serien im linearen Fernsehen werden international an andere Sender verkauft und dann national an Regionalsender. Zudem werden sie an Streaming-Dienste vermietet oder auf Heimkinoformaten vermarktet.

Die Kosten für eine Staffel teilen sich Sender und Produktionsstudio, was es für beide günstiger macht. Die Kreativen wiederum sind in der Regel an den Einnahmen beteiligt. Bei einer international erfolgreichen Serie, die annähernd ein Jahrzehnt läuft, kann es da um Hunderte Millionen US-Dollar gehen.

Netflix übernimmt die kompletten Produktionskosten

Da Netflix Serien aber einzig und allein selbst vermarktet, fällt diese Wertschöpfungskette weg. Das macht Netflix für Produzenten zu einer weniger interessanten Plattform.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Netflix muss darum tiefer in die Tasche greifen. Es bezahlt die kompletten Produktionskosten einer Staffel plus einen Aufschlag von 30 Prozent für die Produzenten, der für die entgehenden Beteiligungen durch andere Auswertungsketten gedacht ist. Damit aber nicht genug: Es gibt ein System von Bonuszahlungen und Gagenerhöhungen, wenn eine Serie fortgesetzt wird.

Das heißt, dass eine Serie nach der zweiten Staffel sehr viel teurer wird und nach der dritten Staffel preislich nochmal gewaltig zulegt. Aus dem Grund ist es für Netflix nur dann sinnvoll, eine Serie über die zweite Staffel hinaus zu verlängern, wenn sie ein wirklich großes Publikum findet. Und selbst dann steigen die Kosten exponentiell an, weswegen auch erfolgreiche Formate oft nur vier Staffeln haben.

Prime Video 30 Tage gratis testen

Es reicht also für eine Serie nicht, eine hingebungsvolle Fanbase zu haben. Eine Serie muss bei Netflix weltweit Zuschauer anlocken und sie muss einen Großteil der bestehenden Abonennten erreichen, wie das zum Beispiel bei Stranger Things der Fall war. Denn nur durch viel positive Mundpropaganda kommen neue Zuschauer hinzu.

Das ist umso wichtiger, als Netflix noch immer im Wachsen begriffen ist. Zwar hat sich das Wachstum in den USA verlangsamt, im Rest der Welt steigt die Zahl der Abonnenten aber.

Eine neue Serie hat zumindest das Potenzial, zum Hit zu werden

Wenn eine Serie nach Staffel 2 oder 3 nicht einen Großteil der Zuschauer erreicht, sieht Netflix es als unwahrscheinlich an, dass ihr das mit weiteren Staffeln gelingen wird. So werden auch Serien wie Santa Clarita Diet mit Drew Barrymore und Timothy Olyphant nach drei Staffeln - und mit einem offenen Ende - eingestellt.

Aus finanzieller Sicht ist es für Netflix in vielen Fällen weit sinnvoller, eine neue Serie in Auftrag zu geben, als eine alte zu verlängern. Eine neue Serie bietet zumindest das Potenzial, zum Hit zu werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Netflix: Warum so viele Serien nur zwei Staffeln lang laufen
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
DSGVO
Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe

Die Strafe gegen Amazon ist die wohl größte jemals von einer europäischen Datenschutzbehörde verhängte Summe. Die Kläger freuen sich.

DSGVO: Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe
Artikel
  1. Blue Origin: Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt
    Blue Origin
    Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt

    Damit Blue Origin doch noch den Auftrag für eine Mondlandefähre bekommt, hat Jeff Bezos Geld geboten und sich offiziell beschwert. Es half nichts.

  2. Black Widow: Scarlett Johansson verklagt Disney
    Black Widow
    Scarlett Johansson verklagt Disney

    Scarlett Johansson hat wegen des Veröffentlichungsmodells von Black Widow Klage eingereicht. Disney nennt das Verhalten "herzlos".

  3. Luftsicherheit: Wenn plötzlich das Foto einer Waffe auf dem iPhone erscheint
    Luftsicherheit
    Wenn plötzlich das Foto einer Waffe auf dem iPhone erscheint

    Ein Jugendlicher hat ein Foto einer Waffe per Apples Airdrop an mehrere Flugpassagiere gesendet. Das Flugzeug wurde daraufhin evakuiert.

kollege 24. Jun 2021 / Themenstart

Schon eine Weile her. Da kommt nur Müll raus und wenn mal was gut ist, dann kommt eine...

Crass Spektakel 23. Jun 2021 / Themenstart

Im Usenet hat vor Jahren ein anderer Gerngugger den Begriff "Walking Clueless" für...

Crass Spektakel 23. Jun 2021 / Themenstart

Ich schaue grundsätzlich keine Serien an die mit einem Cliffhanger enden. Gerade beim...

ufo70 22. Jun 2021 / Themenstart

Gleichzeitig ist man empört über die Statistik letzte Woche, dass die Mehrheit der...

Bluejanis 22. Jun 2021 / Themenstart

Auch ein Klassiker!

Kommentieren



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Viewsonic XG270QG (WQHD, 165 Hz) 549,99€ • Mega-Marken-Sparen bei MediaMarkt (u. a. Razer) • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Gigabyte X570 AORUS Master 278,98€ + 30€ Cashback • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • MMOGA (u. a. Fallout 4 GOTY 9,99€) [Werbung]
    •  /