Netflix unter Druck: HBO plant eigenen Streamingdienst

Time Warners Bezahlsender HBO will sich stärker um die Kunden kümmern, die zwar einen Internetanschluss von Time Warner nutzen, aber kein Kabelfernsehen. Für zunächst diese Zielgruppe, die in den USA immerhin zehn Millionen Kunden ausmacht, soll ein Streamingportal eingerichtet werden. Konkurrent Netflix produziert zwar auch eigene Serien wie House of Cards oder Arrested Development, bietet aber größtenteils Wiederholungen von TV-Serien und Filmen an.
HBO hat deutlich mehr eigene Serien im Angebot, darunter True Blood, Game of Thrones, Boardwalk Empire, True Detective und Girls. Zudem besitzt der Sender ein umfangreiches Portfolio(öffnet im neuen Fenster) älterer Serien sowie Sportsendungen, Comedy, Dokumentar- und Kinofilme. Für Time Warner dürfte es leicht sein, bestehende Kunden für ein Zusatzangebot zu interessieren. Netflix hingegen muss eine vollkommen neue Kundenbeziehung aufbauen.
Die Pläne für den eigenen Streamingdienst ohne Fernsehabo kündigte HBO auf einer Investorenkonferenz an. Der Kurs der Netflix-Aktie reagierte nervös und rutschte um drei Prozent ins Minus. Netflix hatte im ersten Quartal 2014 einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar gemeldet und hat 48 Millionen Abonnenten.
Netflix ist seit kurzem auch auf dem deutschen Markt aktiv und bietet gegen monatliche Gebühren das Streaming von Filmen und Serien an.