Netflix und Co.: Polen plant Abgabe für Streaming-Anbieter
Die polnische Regierung plant der Nachrichtenagentur Reuters zufolge(öffnet im neuen Fenster) die Einführung einer Streaming-Abgabe. Anbieter wie Amazon, Apple und Netflix sollen 1,5 Prozent ihrer Einnahmen abgeben und direkt an das Polnische Filminstitut (PISF) zahlen, das dem Staat untersteht.
"Es wird sich nicht um eine Steuer handeln" , erklärte der polnische Finanzminister Tadeusz Koscinski laut Reuters in einer telefonischen Pressekonferenz mit Journalisten. "Es handelt sich um einen Zuschlag, den der Kulturminister von derartigen Unternehmen verlangt, die dank Polen Profite machen."
Die Abgabe wurde dennoch von polnischen Medien bereits "Netflix-Steuer" getauft. Netflix ist der populärste Videostreaming-Dienst in Polen: Das Unternehmen hat 5,4 Millionen Nutzer, die Gesamteinwohnerzahl Polens liegt bei knapp 38,5 Millionen Menschen.
Serie The Witcher hat Netflix' Popularität gesteigert
Netflix' Popularität in Polen ist unter anderem durch die Verfilmung der Geralt-Saga , auch als Hexer-Saga bekannt, gestiegen. Die der Serie The Witcher zugrundeliegenden Romane stammen vom polnischen Fantasy-Autor Andrzej Sapkowski. Vor der Serie erschienen bereits drei Computerspiele, die den Hexer-Stoff rund um Geralt von Riva behandeln; an einem neuen Teil wird gearbeitet.
Der Vorschlag einer Abgabe für Streaming-Anbieter muss noch vom polnischen Parlament genehmigt werden. Der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita zufolge würde das PISF in diesem Jahr 15 Millionen Zloty durch die Abgabe erhalten, umgerechnet 3,25 Millionen Euro. Im Jahr 2021 würden dann 20 Millionen Zloty anfallen, umgerechnet über 4,3 Millionen Euro. Auch polnische Streaming-Anbieter müssten den Zuschlag wohl zahlen.
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