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Netflix-Start in Deutschland: Der Kampf um den Video-on-Demand-Markt

Schon vor dem heutigen Start von Netflix in Deutschland haben hiesige Video-on-Demand-Anbieter bereits mit neuen Kampagnen reagiert. Wir erklären, welche Video-on-Demand-Dienste auf dem umkämpften Markt Bestand haben und warum Videoload nicht dazugehört.

Artikel veröffentlicht am , Stefan Winterbauer/Meedia.de
Der Video-on-Demand-Markt in Deutschland ist hart umkämpft.
Der Video-on-Demand-Markt in Deutschland ist hart umkämpft. (Bild: Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images)

Der mit knappem Vorsprung größte hiesige Video-on-Demand-Anbieter Maxdome startet eine neue Kampagne, der Bezahlsender Sky verkündet, dass er seine Partnerschaft mit dem US-Premium-Seriensender HBO fortsetzt. Amazon bietet mit Fire TV eine eigene Set-Top-Box zum Videogucken zum Kampfpreis an. Die Geschäftigkeit auf dem noch jungen Markt Video-on-Demand (VoD) hat einen Grund: Am heutigen 16. September 2014 ist Netflix in Deutschland gestartet. Jene Firma, die VoD in den USA salonfähig gemacht hat und die verantwortlich ist für Topserien wie das Politdrama House of Cards oder die Frauenknast-Reihe Orange is the new black. Zum Netflix-Start analysieren wir den Markt der VoD-Anbieter in Deutschland und sagen, welche Angebote uns vermutlich länger erhalten bleiben. Und welche recht schnell verschwinden dürften.

Maxdome

Inhalt:
  1. Netflix-Start in Deutschland: Der Kampf um den Video-on-Demand-Markt
  2. iTunes, Amazon Prime und Netflix

Der Video-on-Demand-Dienst des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 ist hierzulande mit ganz knappem Vorsprung der größte Anbieter. Das ergibt sich aus einer Onlinebefragung, die das Marktforschungsunternehmen Phaydon im Auftrag von Maxdome in diesem Jahr durchgeführt hat. Maxdomes Marktanteil bei den VoD-Anbietern liegt demnach bei 33,7 Prozent. Dicht dahinter folgt Amazons Streaming-Dienst Instant Video mit einem Anteil von 32,6 Prozent. Auf dem dritten Platz befindet sich Watchever mit einem Anteil von 23,7 Prozent und Apples iTunes macht einen Anteil von 23,4 Prozent aus. Bei den Befragten sind Kunden dabei, die gleich mehrere der genannten Dienste nutzen, so dass sich in der Summe mehr als 100 Prozent ergeben.

Der VoD-Dienst Maxdome gehört bei ProSiebenSat.1 zum schnell wachsenden Segment Digital & Adjacent. Im zweiten Quartal 2014 stieg hier der Umsatz um 32,6 Prozent auf 149,2 Millionen Euro. An operativem Gewinn erwirtschafteten die Digitaltätigkeiten der ProSieben-Sat.1-Gruppe 30,8 Millionen Euro. Zahlen zu Umsatz und Gewinn von Maxdome selbst gibt ProSiebenSat.1 nicht heraus. Sie werden wissen, warum.

In der Branche heißt es, dass Maxdome - obwohl seit 2008 auf dem deutschen Markt - noch immer Verluste schreibt. ProSiebenSat.1 kommentiert das nicht. Den Deutschlandstart von Netflix nimmt Maxdome zum Anlass, das eigene Angebot rundum zu erneuern. Der Oldie unter den deutschen VoD-Diensten bekommt ein neues Design und eine neue Struktur mit dem Abo-Dienst, dem Maxdome Store für Pay-per-View-Inhalte und Maxdome Live für Live Events wie Sport oder TV-Formate à la 24 Stunden Promi Big Brother. Bei ProSiebenSat.1 geben sie sich zuversichtlich, dass gerade die Bindung an einen TV-Konzern Vorteile bei der Rechtebeschaffung bringt. Die zusätzlichen Investitionen in Maxdome zeigen, dass ProSiebenSat.1 den Wettbewerb mit Netflix aufnehmen will. Maxdome wird daher vorerst der Hauptkonkurrent für Netflix in Deutschland sein.

Videoload

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Wenig Chancen darf sich die Telekom-Tochter Videoload ausrechnen. Sie hat einen deutlich kleineren Marktanteil als etwa Maxdome. Die Deutsche Telekom ist eher daran interessiert, mit Netflix zu kooperieren oder die Partnerschaft mit Sky auszubauen. Das Pay-TV-Angebot von Sky wird schon recht erfolgreich über die T-Entertain-Plattform der Telekom vermarktet. Auch Netflix wird in den kommenden Wochen in T-Entertain integriert. Damit gibt es für die Telekom keinen Grund, Videoload weiter zu betreiben. Videoload wird vermutlich einer der ersten VoD-Dienste in Deutschland sein, die vom Markt verschwinden.

Watchever

Auch Watchever wird es schwer haben. Die Vivendi-Tochter ist mit großen Plänen und einer Bild.de-Kooperationen in Deutschland gestartet. Beim Mutterkonzern war man aber offenbar überrascht, wie schnell man hier sehr viel Geld loswerden kann, ohne etwas nennenswert zu bewegen. Dem Vernehmen nach hat das Ganze der Vivendi-Tochter hohe Schulden eingebracht. Es ist die Rede von hohen zweistelligen Millionenbeträgen. Unwidersprochen wird ein Käufer gesucht - bisher vergeblich. Wen wundert's?

2013 kündigte der damalige Watchever-Chef Stefan Schulz vollmundig an, in die Produktion von eigenen, deutschsprachigen Inhalten zu investieren. Man befinde sich bereits in Gesprächen mit einem namhaften Studio. Mittlerweile wurde Schulz durch Karim Ayari als Watchever-Geschäftsführer ersetzt und von eigenproduzierten Serien ist keine Rede mehr. Auch ansonsten ist es um Watchever sehr still geworden. Der VoD-Anbieter hat keinen TV-Konzern im Rücken wie Maxdome und ist auch keine international eingeführte Marke wie Netflix. Neben Videoload dürfte auch Watchever im deutschen VoD-Markt langfristig keine Rolle spielen.

Sky Snap

Snap aus dem Hause Sky ist zuallererst eine Abwehrmaßnahme gegen die Konkurrenz. Sky-Chef Brian Sullivan hat eingeräumt, dass er prinzipiell nicht an das Geschäftsmodell von Video-on-Demand glaube. Zu billig seien die Abo-Preise, zu teuer die Rechte und die Produktionskosten. Aber so ganz sicher ist er sich dann auch wieder nicht. Also wurde Snap schnell vor dem Deutschland-Start von Netflix gestartet. Mittlerweile verkauft Sky das Snap-Monatsabo für 3,99 Euro - ein Dumpingpreis, mit dem sich wohl kein Geld verdienen lässt. Mit Snap verfolgt Sky eine klassische Strategie der Marktverstopfung. Sky hat im Prinzip kein Interesse daran, dass sich VoD überhaupt durchsetzt, da Sky mit seinem klassischen Pay-TV deutlich höhere Erlöse einfährt - aber auch deutlich höhere Kosten hat als ein reiner VoD-Anbieter.

iTunes, Amazon Prime und Netflix 
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Garius 22. Sep 2014

Du hast die einfallsreichste Signatur die ich jemals gesehen hab. Ich hab mich echt für...

mgh 22. Sep 2014

5 Geräte ist eben auch wieder so ne schwammige Aussage, hab mich halt nie damit...

PiranhA 18. Sep 2014

Das ist aber nicht die Zielgruppe. Die Serienfreaks möchten die Serie ein Tag nach...

Clown 17. Sep 2014

Ja, wobei ich Kino ausklammern würde. Das ist noch mal eine ganz eigene Welt. Korrekt...

robinx999 17. Sep 2014

Aber du umgehst ihn Doch. Der HDMI Grabber sagt kann ich nicht aufzeichnen da...


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