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Netflix-Miniserie Das Signal: War da was?

Das Signal ist eine Mixtur aus Mystery und Sci-Fi, gepaart mit Familiendrama und einer großen Liebesgeschichte. Klingt nach genug Stoff für eine vierteilige Miniserie. Eigentlich.
/ Peter Osteried
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Sven und seine Tochter Charlie sind auf der Flucht. (Bild: Netflix)
Sven und seine Tochter Charlie sind auf der Flucht. Bild: Netflix

Der deutsche Film war mal stark in Fantasy und Science-Fiction , allerdings ist das Jahrzehnte her. Vor allem Science-Fiction war lange kein Thema für die Produzenten hierzulande, erst Netflix hat für ein Umdenken gesorgt.

Dark war der Vorreiter, seitdem gibt es auch bei Netflix(öffnet im neuen Fenster) deutsche Genre-Produktionen. Die neueste ist die vierteilige Miniserie Das Signal, die ursprünglich ein Kinofilm hätte werden sollen. Sie startet heute (7. März) bei Netflix. Nadine Gottmann und Sebastian Hilger feilen schon seit 2015 an der Geschichte. Früh war auch Florian David Fitz als Hauptdarsteller an Bord, weil er Hilgers und Gottmanns Mysteryfilm Wir sind die Flut aus dem Jahr 2016 mochte.

Trotzdem konnten Gottmann und Hilger erst keine Produzenten für Das Signal begeistern. "Wenn man Science-Fiction machen will in Deutschland," sagt Hilger, "wird man immer ein bisschen angesehen wie das schwarze Schaf der Familie. Aber man bekommt dadurch auch eine gewisse Sichtbarkeit."

Das Trio Gottmann, Hilger und Fitz fand schließlich in Bon Voyage Films einen Interessenten und man schnürte ein Paket für Netflix. Der Plan, einen Film zu machen, war passé, nun sollte aus Das Signal eine Miniserie werden.

Dafür musste die Geschichte aufgebrochen werden, Fitz arbeitete als Autor mit, auch Kim Zimmermann. Und Hilger erkannte, dass er die Serie nicht alleine inszenieren konnte, weswegen Philipp Leinemann dazukam.

Signal aus dem All

Paula (Peri Baumeister) ist Astronautin und war zusammen mit ihrem Kollegen Hadi (Hadi Khanjanpour) im Auftrag einer Multimilliardärin auf der ISS, um Grundlagenforschung zu betreiben. Wieder zurück, ruft sie ihren Mann Sven (Florian David Fitz) an. Sie will ihm etwas Wichtiges erzählen, verstummt aber.

Tags darauf soll sie wieder in Deutschland ankommen, doch erst gilt ihr Flugzeug als verschwunden, dann als havariert. Es wird klar, dass Paula und 177 andere Menschen ums Leben gekommen sind.

Was war da los im All? War da überhaupt was?

Für Sven bricht eine Welt zusammen, die er für seine Tochter Charlie zunächst aufrechtzuerhalten versucht – aber dann gerät alles noch mehr aus den Fugen.

Könnte es sein, dass Paula das Flugzeug zum Absturz gebracht hat? Und was hat das alles mit dem zu tun, was sie im All entdeckt hat? Falls sie überhaupt etwas entdeckt hat.

Zu lang

Der Anfang der Miniserie ist spannend, mysteriös, das Setting ist gut. Der Auftakt ist so fesselnd gestaltet, dass man unweigerlich wissen will, wie es ausgeht.

Dann zeigt sich aber: Vier Folgen sind zu lang. Die Geschichte gerät zur Mitte hin in den Leerlauf. Einige Elemente und Ereignisse wirken aufgepfropft – eben so, als hätte man die Geschichte eines Films unnötig auf die doppelte Länge gestreckt.

Und doch bleibt man als Zuschauer bei der Stange, weil man wissen will, wie die Geschichte aufgelöst wird. Gelungen ist dabei, dass früh infrage gestellt wird, was im All passiert ist. Hat Paula etwas entdeckt oder hat sie sich das nur eingebildet? Fast bis zum Schluss hängt diese Frage über allem.

Mit dem Schluss schaffen die Autoren übrigens etwas, das selten gelingt: Sie finden ein Ende, das nicht nur befriedigend ist, sondern zwei Antworten parat hält – auf eine Art, die man nicht erwartet hätte.

Logische Stolpersteine

Woran Das Signal jedoch leidet, ist die innere Logik. Es gibt reichlich Ereignisse, die nicht erklärt werden und die der inhärenten Logik der Geschichte zuwiderlaufen. Das beginnt mit dem Absturz, geht über den (unverständlichen) Konflikt zwischen Paula und Hadi und die Polizisten, die aus dem Weg geräumt werden, bis hin zum Finale.

Das Skript hat deutliche Schwächen, aber die Geschichte und die Schauspieler sind gut genug, dass man dennoch nicht das Interesse verliert – zumal die Serie auch mehrheitlich mit sehr guten Effekten daherkommt. Die Schwerelosigkeit an Bord der ISS ist gut dargestellt, bei der CGI gibt es aber einige Schwächen.

Dass letztlich kein ganz großer Wurf daraus geworden ist, weil die Serie deutliche Probleme aufweist, ist schade. Dennoch wird hier gezeigt, dass deutsche Science-Fiction technisch überzeugen und spannend erzählt werden kann – bis zu einem Ende, das Fans des ersten Star-Trek-Kinofilms ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern dürfte.


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