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Netflix-Chef Reed Hastings: Prime Time und Fernsehsender sind für Netflix Auslaufmodelle

Deutsche Fernsehgewohnheiten hält Netflix-Gründer Reed Hastings für ebenso überkommen wie Fernsehsender: Beide würden in absehbarer verschwinden, sagt er. Die junge Generation habe andere Sehgewohnheiten – er freut sich auf das Geschäft.
/ Werner Pluta , dpa
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Netflix-Hautpsitz (Symbolbild): In fünf bis sieben Jahren soll jeder dritte deutsche Haushalt Kunde sein (Bild: Netflix)
Netflix-Hautpsitz (Symbolbild): In fünf bis sieben Jahren soll jeder dritte deutsche Haushalt Kunde sein Bild: Netflix

Am Sonntag um 20:15 Uhr sitzt Deutschland vor dem Fernsehen – sprich: vor dem Tatort. Das wundert Reed Hastings, Gründer der Videoplattform Netflix. Er ist überzeugt: Das Ende der Prime Time naht.

"Sonntagabend, 20.15 Uhr, ist bei Ihnen eine fest Zeit vor dem Fernseher. Davon habe ich gehört, kurios" , sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung(öffnet im neuen Fenster) . "Ich glaube nicht, dass Sie das noch in zehn Jahren tun werden." Die junge Generation schaue Filme, wenn sie Lust und Zeit habe.

Fernsehsender sind wie Telefone

Entsprechend hält er auch Fernsehsender für ein Auslaufmodell. Sie seien wie Telefone. Es gebe noch das Festnetz, sagte Hastings. In seinem Hotelzimmer stehe auch eines. "Aber das benutzt kein Mensch. Alle haben Smartphones."

Hastings beklagt, dass Filme weniger geschätzt würden als Bücher: "Ich finde es merkwürdig, dass es gesellschaftlich anerkannt ist, einen Roman am Stück zu lesen" , sagte er. "'Wow, du hast die ganze Nacht gelesen?', heißt es dann, während das andere verdammt wird." Dabei schaue niemand alle 13 Folgen einer Serie an einem Stück. "Das Schöne ist doch, dass Sie endlich gucken können, wann, wo und wie lange Sie wollen."

Serie mit deutscher Beteiligung kommt im Sommer

Das Angebot von Netflix ist seit Herbst 2014 auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern verfügbar. Ab Sommer zeigt Netflix die Serie Sense8, die auch in Deutschland und mit deutschen Schauspielern, darunter Max Riemelt, gedreht wurde.

Das Ziel von Netflix ist, dass in fünf bis sieben Jahren jeder dritte deutsche Haushalt Kunde ist. Wie viele es derzeit sind, sagte Hastings nicht. "Bislang liegen wir voll im Zeitplan. So lange hat die Entwicklung in Amerika gedauert, und das schaffen wir auch in Deutschland. Heute läuft in Amerika abends ein Drittel des gesamten Internet-Traffics über Netflix." Ende 2016 will Netflix in jedem Land der Erde vertreten sein.


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