Netflix-Chef: Reed Hastings hält werbefinanziertes Netflix für möglich

Bald könnte es Netflix auch als werbefinanzierte Version geben. Bis dahin sind noch viele Fragen zu klären.

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Netflix-Chef Reed Hastings lehnt werbefinanzierte Netflix-Version nicht länger ab.
Netflix-Chef Reed Hastings lehnt werbefinanzierte Netflix-Version nicht länger ab. (Bild: Patrick T. Fallon/AFP via Getty Images)

Anlässlich der Bekanntgabe der Netflix-Quartalszahlen hat der Chef des Unternehmens, Reed Hastings, erstmals angekündigt, dass eine werbefinanzierte Variante von Netflix denkbar wäre. Zuvor hatte sich Hastings wiederholt dagegen ausgesprochen, eine werbefinanzierte Version von Netflix anbieten zu wollen.

Hastings sagte, dass Netflix durchaus bereit sei, "noch niedrigere Preise mit Werbung als Wahlmöglichkeit für die Verbraucher" anbieten zu wollen. "Und es ergibt durchaus Sinn, dass Verbraucher, die einen niedrigeren Preis wünschen und werbetolerant sind, das bekommen, was sie wollen", sagte Hastings dazu.

In "den nächsten ein oder zwei Jahren" könnte Netflix demnach auch in einer werbefinanzierten Version verfügbar sein, sagte der Netflix-Chef. Es gebe diesbezüglich derzeit allerdings noch keine genauen Pläne. Das Unternehmen wolle dies zunächst intern untersuchen.

Netflix-Chef weiß, dass werbefinanzierte Abos funktionieren

Hastings erklärte, dass es offensichtlich sei, dass werbefinanzierte Abos bei der Konkurrenz erfolgreich seien. "Ich glaube nicht, dass wir viele Zweifel daran haben, dass es funktioniert", sagte der Netflix-Chef. "Ich denke also, wir werden wirklich einsteigen. Aber wie gesagt, es wäre eine Planungsebene."

Hastings betonte, dass es Netflix auf jeden Fall weiterhin ohne Werbeschaltungen geben werde. "Wenn Sie also immer noch die werbefreie Option wünschen, können Sie das als Verbraucher tun. Und wenn Sie lieber einen niedrigeren Preis zahlen möchten und werbetolerant sind, dann werden wir auch für Sie da sein."

Werbefinanzierte Streamingabos in USA üblich

Anders als in Deutschland sind werbefinanzierte Streamingabos in den USA durchaus üblich. Diese kosten weniger als die werbefreien Abos. Von HBO Max, Hulu, Peacock oder Paramount+ gibt es Abovarianten mit Werbeschaltungen. Mitunter haben diese Einschränkungen bei der Katalogauswahl oder bei den technischen Möglichkeiten. So gibt es etwa bei der werbefinanzierten Variante von HBO Max keine Downloadfunktionen auf Smartphones und Tablets und generell werden Inhalte maximal in Full-HD-Auflösung bereitgestellt.

Einer der größten Konkurrenten von Netflix ist derzeit Disney mit dem Streamingabo Disney+. Während Netflix derzeit auf etwas mehr als 221 Millionen Abonnenten kommt, meldete Disney+ zuletzt weltweit fast 130 Millionen Abonnenten für Disney+. Disney hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2024 mindestens 230 Millionen Abonnenten für Disney+ zu gewinnen. Dabei könnte eine werbefinanzierte Version des Dienstes helfen.

Disney plant werbefinanziertes Abo von Disney+

Disney hatte Anfang März 2022 angekündigt, ebenfalls ein werbefinanziertes Abo anbieten zu wollen. Bis Ende 2022 soll es in den USA eine werbefinanzierte Variante von Disney+ geben. International soll sie dann im Jahr 2023 kommen. Wer sich darauf einlässt, dass Werbung angezeigt wird, erhält das Abo zu einem günstigeren Preis. Ob es bei Disney+ auch Einschränkungen bei den Funktionen oder bei der Titelauswahl gibt, ist noch nicht bekannt.

Anlässlich der Netflix-Quartalszahlen hat das Unternehmen angekündigt, eine monatliche Zusatzgebühr zu erheben, wenn ein Netflix-Konto mit anderen Haushalten geteilt wird. Es soll noch ein Jahr dauern, bis diese Extragebühr weltweit eingeführt wird.

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