Netfilter: Kernel-Entwickler erreichen Einigung bei GPL-Abmahnungen

Der Netfilter-Entwickler Patrick McHardy soll sich an der GPL-Durchsetzung bereichert haben. Der Rest des Teams kann das nun verhindern.

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Der Netfilter ist ein Paketfilter im Linux-Kernel.
Der Netfilter ist ein Paketfilter im Linux-Kernel. (Bild: Pixabay)

Seit Jahren streitet sich das Team der Netfilter-Entwickler des Linux-Kernels mit dem Entwickler Patrick McHardy um den richtigen Umgang in Bezug auf Abmahnungen und die Durchsetzung der GPL. Wie das Team nun auf der Mailing-Liste schreibt, konnte hier ein gerichtlicher Vergleich geschlossen werden, wonach McHardy das Vorgehen beenden muss.

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Erstmals öffentlich bekanntgeworden ist das Vorgehen McHardys im Jahr 2016 durch die Software Freedom Conservancy (SFC), die unter anderem Linux-Kernel-Entwickler in deren GPL-Durchsetzung unterstützt. Der SFC zufolge hat der ehemalige Netfilter-Entwickler Patrick McHardy seine Urheberrechte am Quellcode vor allem in Deutschland mehrfach vor Gericht durchgesetzt.

Seine tatsächlichen Absichten blieben der SFC dabei zwar verborgen, es gebe allerdings Hinweise von mit der Sache Vertrauten, dass McHardy vor allem Schadenersatzansprüche geltend mache und somit seinen eigenen finanziellen Vorteil bei der GPL-Durchsetzung priorisiere. Das widerspreche aber dem Leitfaden zur Durchsetzung der GPL.

Das Linux-Kernel-Projekt reagierte unter anderem mit einer Art Absichtserklärung als Ergänzung zur GPLv2, die in die Dokumentation eingefügt wurde. Zum einen gewähren die Entwickler ein 30-tägiges Zeitfenster zur Beseitigung von Lizenzverletzungen. Laut der GPLv2 erlischt das Nutzungsrecht des Kernels bei Lizenzverletzungen sofort. Zum anderen darf der Linux-Kernel wieder benutzt werden, wenn die Lizenzverletzungen beseitigt wurden. McHardy wurde darüber hinaus von dem Netfilter-Projekt suspendiert.

Viele Klagen und nun Einigung

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Dessen ungeachtet hat McHardy jedoch weiter versucht, sein Urheberrecht durch Abmahnungen und Klagen durchzusetzen, was die Elektronik-Branche in Deutschland zusehends verunsichert hat. McHardy selbst bezeichnete damals die gegen ihn vorgebrachte Kritik als "reichlich absurd". Dass diese Abmahnungen überhaupt funktioniert haben, weil die betroffenen Unternehmen sich nicht an die GPL gehalten haben, haben wir in einem Kommentar als "ignorant" bezeichnet.

Offenbar um dem Ganzen ein Ende zu setzen, haben letztlich im Jahr 2020 drei Kern-Entwickler des Netfilter-Projekts McHardy verklagt. Der daraus erzielte Vergleich sieht vor, dass die Durchsetzung der Urheberrechte von Netfilter nach einer Mehrheitsentscheidung des Kern-Teams verfolgt werden soll. Darüber hinaus will sich das Team dabei an die Community-Regeln zur GPL-Durchsetzung halten.

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