Netease: Blood Message fühlt sich an wie die chinesische Antwort auf Uncharted
Inhalt
Mit Blood Message schlägt der chinesische Publisher Netease(öffnet im neuen Fenster) eine neue Richtung ein. Statt auf Multiplayer und Live-Service setzt das von seinem Entwicklerteam 24 Entertainment entwickelte Abenteuer auf eine lineare Einzelspieler-Kampagne mit starkem Storyfokus.
Nach unserem Hands-on im Rahmen des Summer Game Fest 2026 drängt sich ein Vergleich geradezu auf: Blood Message erinnert stellenweise an Uncharted. Nicht wegen lockerer Sprüche oder spektakulärer Schatzsuchen, sondern weil die Entwickler ähnlich viel Wert auf Inszenierung, Figuren und eine cineastische Reise legen. Entwickelt wird der Titel auf Basis der Unreal Engine 5.
Die von uns gespielte Demo beginnt in einer Siedlung irgendwo an den westlichen Grenzen des Tang-Reichs (um 850 n. Chr.). Händlerstände, kleine Läden und enge Gassen sorgen für Atmosphäre.
Gleichzeitig liegt eine Bedrohung über dem Ort: Offenbar ist hier kurz zuvor etwas Schreckliches geschehen. Hauptfigur Pei Changguan schleicht und schlägt sich gemeinsam mit einem computergesteuerten Begleiter namens Arrtai durch die Hinterzimmer von verwinkelten Gebäude.
Schon hier fällt auf, wie viel Wert die Entwickler auf glaubwürdige Schauplätze und fließende Übergänge zwischen Zwischensequenzen und Gameplay legen. Die Spielwelt wirkt schmutzig, gefährlich und angenehm glaubwürdig.
Komplexer Schwertkampf
Immer wieder eskaliert die Situation. Auf einem Innenhof kommt es etwa zu einem größeren Gefecht, bei dem Arrtai beschützt werden muss. Blood Message setzt auf ein durchaus anspruchsvolles Kampfsystem: Angriffe lassen sich parieren oder kontern, Schildträger müssen mit schweren Attacken aus dem Gleichgewicht gebracht werden und wer einfach nur wild auf Tasten hämmert, gerät schnell unter Druck.
Hinzu kommen kurze interaktive Sequenzen, wenn Gegner die Spielfigur packen oder Schwertduelle unmittelbar aufeinanderprallen. Die Kämpfe fallen sehr blutig aus und vermitteln ein ordentliches Gewicht hinter jedem Treffer.
Besonders positiv ist uns die Zusammenarbeit zwischen Pei Changguan und Arrtai aufgefallen. Immer wieder schleichen sich beide Figuren gemeinsam an Wachen heran, locken Gegner in Hinterhalte oder koordinieren Angriffe – um die Aktionen von Arrtai müssen wir uns nicht kümmern, der Computer wählt geschickt das jeweils passende Vorgehen.
Manche Feinde werden von den beiden lautlos zusammen ausgeschaltet, andere Kämpfe eskalieren nach einem missglückten Schleichversuch in offene Gefechte. Diese Mischung aus Stealth und direkter Action sorgt für Abwechslung und wirkt bereits erstaunlich ausgereift.


