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NetCom BW: Weiterer deutscher Netzbetreiber testet symmetrische 50 GBit/s

NetCom BW testet den Glasfaser-Standard 50G-PON im Labor und will die symmetrischen 50 GBit/s perspektivisch auch für Endkunden anbieten.
/ Achim Sawall
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Technik bei Nokia (Bild: Nokia)
Technik bei Nokia Bild: Nokia

Der große lokale Netzbetreiber NetCom BW hat in seinen Laboren in Ellwangen 50G-PON-Hardware des Ausrüsters Nokia über mehrere Wochen getestet. Das gab das Unternehmen am 15. Juli 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster). "Der Testlauf war für uns ein großer Erfolg", erklärte Frank Duderstadt, Leiter Planung und Netzausbau der Netcom BW. Zuerst berichtete das Onlinemagazin Teltarif(öffnet im neuen Fenster) über den Labortest.

50G PON lasse sich als zuverlässige Weiterentwicklung bestehender PON-Standards einsetzen, auf bestehenden Glasfasernetzen nutzen und mit aktuell eingesetzten Standards wie GPON oder XGS-PON kombinieren, hieß es in der Mitteilung.

NetCom BW will die Technologie insbesondere im Geschäftskundenumfeld einsetzen, etwa für Groß- und Mittelstandsunternehmen oder im Umfeld anderer datenintensiver Geschäftsmodelle. Perspektivisch sieht das Unternehmen die Relevanz von 50G-PON auch im Privatkundenbereich.

Nokia ist wichtigster Ausrüster

Netzbetreiber könnten so ihre "bestehenden Glasfasernetze ausbauen und gleichzeitig ihre Investitionen schützen", sagte Eleftherios Papadopoulos, Geschäftsführer Nokia Deutschland und Leiter Enterprise Sales Deutschland. Nokia ist in den Bereichen Access und IP/MPLS wichtigster Lieferant der EnBW-Tochter, die in Baden-Württemberg ein Glasfasernetz mit rund 32.000 Kilometer Länge betreibt. Weitere Ausrüster sind Ribbon Communications aus Plano, Texas, bei der DWDM-Plattform und Cisco bei Geschäftskundenzugängen.

Schneller mit Ausrüstern wie Huawei und ZTE

Der Berliner Netzbetreiber DNS:NET war einer der ersten in Deutschland, der die 50G-PON-Technologie in die Praxis umsetzten: Bereits im Mai 2023(öffnet im neuen Fenster) führte der Betreiber einen erfolgreichen 50G-PON-Feldtest in seinem Glasfasernetz in der Metropolregion Berlin durch. DNS:NET arbeitete dabei mit dem chinesischen Ausrüster ZTE zusammen.

Swisscom nahm 50G-PON bereits im Jahr 2022 in einer ungenannten Gemeinde in der Schweiz in Betrieb. Einen Labortest absolvierte der Festnetzbetreiber dazu bereits im Herbst 2020. Der Ausrüster war Huawei.

Bisher kaum Produkte für Haushalte verfügbar

PON steht für Passive Optical Network. Bei dieser in Deutschland weit verbreiteten FTTH-Bauweise teilen sich mehrere Haushalte über einen passiven Splitter eine gemeinsame Glasfaser, die vom Hauptverteiler kommt. Die meisten Netze laufen heute auf GPON (bis zu 2,5 GBit/s im Download) oder werden gerade massiv auf XGS-PON aufgerüstet, was symmetrische 10 GBit/s ermöglicht.

50G-PON ist der offizielle Nachfolgestandard der ITU (ITU-T G.9804.x). Es muss kein neues Kabel verlegt werden, nur die aktive Technik an den Enden wird getauscht. Die Technologie erlaubt Network Slicing. Ein Betreiber kann einen Teil der 50-Gigabit-Leitung exklusiv für extrem zeitkritische Anwendungen reservieren, etwa für die Steuerung von Industrieanlagen oder Mobilfunkmasten.

Um 50 GBit/s in Privathaushalten zu nutzen, wären sehr kostspielige Switches, Netzwerkkarten und Router nötig, die im Consumer-Bereich meist noch gar nicht existieren.


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