Netcologne: Vodafone soll sein Kabel gegen Glasfaser austauschen

Netcologne legt sich mit Vodafone an und fordert, dass alte Koaxialkabel umgewandelt werden.

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Netcologne-Chef Timo von Lepel
Netcologne-Chef Timo von Lepel (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Der Chef des regionalen Netzbetreibers Netcologne, Timo von Lepel, hat Vodafone aufgefordert, sich vom Koaxialkabel zu trennen. Deutschland habe sich leider in der Vergangenheit für Übergangstechnologien wie Vectoring und Docsis 3.1 entschieden, "statt voll auf Glasfaser zu setzen", sagte von Lepel am 10. Mai 2022 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln. "Ich wäre froh, wenn Vodafone sein HFC komplett in Glasfaser umwandeln würde, wenn wir eine Migration von Kupfer zu Glasfaser erleben könnten."

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Man könne einen VW Käfer nicht in einen Porsche umwandeln, betonte er zu den Grenzen von Docsis 3.1 und den Folgestandard.

Andreas Laukenmann, Geschäftsführer Privatkunden bei Vodafone, hatte zuvor erklärt, Vodafone sei "bereits ein Marktführer bei Gigabit in Deutschland". Man habe 24 Millionen Haushalte versorgt. Gigabit-Breitband sei so in kurzer Zeit und zu erschwinglichen Kosten verfügbar. Daher sei es sinnvoll, die HFC-Netzwerke bis an die Grenze auszunutzen, anstatt unter allen Umständen in FTTH zu investieren. Der Ausbau mit Vollglas sei mit Kosten verbunden, die durch eine Rendite unterstützt werden müssten, sagte Laukenmann. Hintergrund ist, dass Vodafone Deutschland von der Konzernzentrale in London nicht die Milliarden Euro bekommt, um das Koaxialnetz mit Glasfaser zu überbauen.

Netcologne: Telekom muss sich an neue Situation erst gewöhnen

Netcologne und die Deutsche Telekom haben eine Vermarktungspartnerschaft auch für Glasfaser. Für die Metropolregion Köln und den Großraum Aachen über Netaachen hatten beide Unternehmen im Februar 2021 erstmals den gegenseitigen Zugang zu ihrer gigabitfähigen Glasfaser-Infrastruktur vereinbart. Allerdings, so sagte von Lepel, falle es der Telekom schwer, sich klar zu machen, das es Gebiete im Land gibt, in denen sie kein eigenes Netz habe und auch in Zukunft mit anderen zusammenarbeiten müsse. Von Lepel sagte, die Versorgungssituation in ländlichen Gebieten sei "oft schlecht" und "die Glasfaser teurer zu errichten". Dann sei es keine gute Idee, mehrere Netzwerke übereinander zu haben, erklärte er.

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