Netcologne: Telekom überbaut bestehendes FTTH-Netz in Köln

Die Deutsche Telekom überbaut in Köln das vorhandene Glasfasernetz von Netcologne. "Das ist Ressourcenverschwendung, wenig nachhaltig und bringt unser Land nicht nach vorn" , sagte Netcologne-Geschäftsführer Timo von Lepel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . Die Telekom kündigte im September 2022 an, in den kommenden drei Jahren rund 100.000 Haushalte in Köln direkt mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.
Dazu erklärte Netcologne-Sprecherin Jennifer Becker bereits am Tag der Ankündigung durch die Telekom : "Netcologne verfügt über ein flächendeckendes Glasfasernetz, mit dem bereits 70 Prozent des Kölner Stadtgebiets ausgebaut ist."
Die Telekom kündigte im Gespräch mit Golem.de zugleich an, in Köln die eigenen Vectoring-Zugänge mit Glas zu überbauen, weniger das bestehende Glasfasernetz von Netcologne. Telekom-Sprecher Johannes Maisack sagte: "In erster Linie ersetzen wir unsere bestehende Infrastruktur nun auch auf der letzten Meile durch direkte Glasfaseranschlüsse. Bislang haben wir große Teile Kölns bereits mit Super Vectoring versorgt."
Doch nach den Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird nicht nur dort ausgebaut, wo noch keine Glasfaserleitungen liegen. Auch im weitgehend versorgten Stadtteil Bayenthal im Kölner Süden geht die Telekom dem Bericht zufolge in die Vermarktung und will eigenes FTTH verlegen. Was die Telekom vorhabe, sei kein Lückenschluss, sondern Überbau eines vorhandenen Netzes durch eine konkurrierende Infrastruktur, erklärte Netcologne der Zeitung.
Telekom: Wettbewerber werden nicht alle überleben
Besonders brisant ist der Überbau durch die Ankündigung der Telekom, dass ein Teil ihrer Konkurrenten beim Glasfaserausbau die nächsten Jahre nicht überleben werde. Josef Scherl, Konzernbevollmächtigter für die Region Süd der Telekom, sagte in einem Videointerview des Unternehmens, neben regionalen Anbietern wie M-net in München, Netcologne in Köln oder R-Kom in Regensburg "kommen aktuell auch immer mehr überregionale Investoren an den Start" .
Dies seien Deutsche Glasfaser, UGG von Telefónica oder Deutsche Giganetz. "Inwiefern alle auch diesen harten Wettbewerb sich sehr genau überlegt haben, wird man in wenigen Jahren sehen. Ich glaube nicht, dass alle Wettbewerber, alle Netzbetreiber, da auch lange durchhalten werden" , erklärte Scherl in dem später offline genommenen Beitrag.
Die Telekom bestreitet den Überbau des Netzes in Köln nicht. Unternehmenssprecher Georg von Wagner sagte Golem.de zu dem Konflikt in Köln lediglich: "Die Telekom nimmt am Wettbewerb teil."



