Netcologne: Telekom-Drückerkolonnen würden Kunden "belügen"

Netcologne hat kritisiert, dass die Deutsche Telekom Drückerkolonnen beschäftige, die behaupteten, das Netz des Kölner Betreibers werde abgeschaltet. Das sagte Netcologne-Chef Timo von Lepel im Podcast des Kölner Stadt-Anzeigers Ekonomy mit K(öffnet im neuen Fenster) . "Und wir sind extrem ärgerlich, dass die Telekom mit solchen Drückerkolonnen arbeitet, die unsere Kunden aktiv belügen. Die sagen, das Netcologne-Netz wird abgeschaltet, gerade zu älteren Menschen, um sie dann zu einem Abschluss zu nötigen" , erklärte von Lepel.
Ein Telekom-Sprecher sagte in dem Podcast: "Wir nehmen solche Hinweise, auch direkt von unseren Wettbewerbern, sehr ernst, da ein solches Verhalten mit eventuellen Falschaussagen gegen vertragliche Regelungen mit unserem Dienstleister verstoßen."
Die Telekom kündigte im September 2022 an, in den kommenden drei Jahren rund 100.000 Haushalte in Köln direkt mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Dabei überbaut der Anbieter auch das vorhandene Glasfasernetz von Netcologne. "Das ist Ressourcenverschwendung, wenig nachhaltig und bringt unser Land nicht nach vorn" , sagte von Lepel im Dezember 2022. Auch im weitgehend versorgten Stadtteil Bayenthal im Kölner Süden gehe die Telekom in die Vermarktung und wolle eigenes FTTH verlegen.
Im Ekonomy-mit-K-Podcast sagte von Lepel, Netcologne sei von der Telekom "abgebügelt worden mit der Aussage: 'Die Telekom baut dort, wo sie will'" . Die Telekom bestreitet den Überbau des Netzes in Köln nicht. Unternehmenssprecher Georg von Wagner sagte Golem.de zuvor zu dem Konflikt in Köln: "Die Telekom nimmt am Wettbewerb teil."
Netcologne prüft Wettbewerbsklage gegen die Telekom
Netcologne prüfe derzeit, juristisch gegen die Telekom vorzugehen, erklärte von Lepel. Der wettbewerbsrechtliche Vorwurf laute, "falsche Tatsachen zu behaupten und damit Kunden zu Vertragsabschlüssen zu bringen." Netcologne ist im Raum Köln, Bonn, Leverkusen, Aachen, Düren, Düsseldorf und Neuss aktiv. Die Region Köln/Bonn zählt 3,6 Millionen Einwohner.
Netcologne baute im Geschäftsjahr 2021 weitere 48.000 Haushalte mit Glasfaser (FTTB/H) aus. Die Anzahl der Kundenanschlüsse im Festnetz stieg auf rund 458.000 (2020: 441.000). Im TV-Bereich kamen rund 10.000 Kundenanschlüsse hinzu, so dass 271.000 Kunden mit Netcologne fernsahen. "Von den 458.000 Kundenanschlüssen fallen rund 20 Prozent unter FTTB/H" , sagte eine Unternehmenssprecherin Golem.de im Sommer 2022.



