Netcologne: Lokaler Netzbetreiber klagt gegen Vodafone-Unitymedia

Netcologne will sich mit dem bundesweiten Kabelnetz von Vodafone nicht abfinden und kämpft beim Gericht der Europäischen Union dagegen. Der Glasfaserausbau werde durch deren Marktmacht behindert, sagte der Firmenchef.

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Netcologne-Geschäftsführer Timo von Lepel
Netcologne-Geschäftsführer Timo von Lepel (Bild: Netcologne)

Netcologne hat wegen Wettbewerbsverzerrung Klage beim Gericht der Europäischen Union gegen die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone eingereicht. Wie Firmenchef Timo von Lepel am 17. Februar 2020 erklärte, war der Ausbau mit Fiber To The Home/Building (FTTH/B) nur in Städten wie Hamburg, Köln und München bislang erfolgreich, weil dort Wettbewerb der bundesweiten Anbieter mit regionalen Netzbetreibern wie Netcologne, M-net oder Wilhelm.tel bestand. "Durch die Fusion von Vodafone und Unitymedia hat sich neben der Telekom allerdings eine weitere deutschlandweite Konkurrenz gebildet. Der bisherige Wettbewerb gerät aus unserer Sicht damit in Gefahr."

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Neben Netcologne klagen auch die Telekom Deutschland und Tele Columbus. Bereits im Sommer 2019 gab die EU-Kommission die Übernahme von Unitymedia frei. Das Vodafone-Kabelnetz habe sich auf alle 16 Bundesländer erweitert. "Vodafone/Unitymedia nimmt darüber hinaus enorme Einspeiseentgelte über das Netz ein. Eine vergleichbare Regelung für Netzbetreiber wie Netcologne besteht hier nicht", sagte von Lepel.

Durch Quersubventionierung über das Kabelfestnetz könne Vodafone seinen Kunden auch in den bislang nur durch Unitymedia versorgten Gebieten deutlich günstigere Bündelprodukte aus Festnetz, Internet, TV und Mobilfunk anbieten. Dabei könnte der regionale Telekommunikationsanbieter Netcologne künftig nicht mehr mithalten. Zwar verfüge Netcologne in Köln und der Region über ein eigenes Glasfasernetz, doch "für die Komplettierung unseres Produktportfolios mit Mobilfunk müssen wir weiterhin auf Vorleistungen der Wettbewerber zurückgreifen", sagte von Lepel.

Das seit 25 Jahren bestehende Unternehmen Netcologne hat 900 Mitarbeiter und erzielte fast 900 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr. Es betreibt ein TV-Kabelnetz und ein Telekommunikationsnetz. Netcologne ist im Raum Köln, Bonn, Leverkusen, Aachen, Düren, Düsseldorf und Neuss aktiv.

"Die EU-Kommission hat in einem 15-monatigen Verfahren die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone unter anderem durch Markttests und ausführliche Befragungen eingehend geprüft. Das gemeinsame Unternehmen wird den Wettbewerb anheizen und für eine bessere, schnellere und innovativere Breitband- und TV-Versorgung für Verbraucher und Unternehmen bringen", sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf Golem.de. Man sehe den Klagen also gelassen entgegen.

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jak 18. Feb 2020

BER sollte man vielleicht privatisieren.

jak 18. Feb 2020

Der will ja auch keinen Erfolg der Klage, sondern günstigeren Zugang zum Vodafone...


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