Netcologne: Deutschland belügt sich mit Glasfaser bis zum Bordstein

Die Ausbauzahlen der Netzbetreiber zu Homes Passed seien eine Täuschung, die von der Branche betrieben werde. Das sagte Netcologne-Chef Timo von Lepel im Interview mit dem Onlinemagazin Inside-digital.de(öffnet im neuen Fenster) . "Denn es geht dabei um die Homes-Passed-Anschlüsse, also ein Glasfasernetz, das nur bis zum Bordstein verlegt wurde und nicht die Häuser und Wohnungen versorgt" , betonte von Lepel.
Das Komplizierte sei, den Hausstich zu machen und dann die Netze im Haus auszubauen. Der Hausstich koste etwa 1.600 Euro, der Innenanschluss erfordere weitere 400 Euro pro Wohneinheit.
Während Netcologne vor allem die Telekom wegen ihrer Erfolgsmeldungen zu Homes Passed kritisiert, macht das kommunale Unternehmen selbst keine Angaben dazu , wie viele Haushalte man mit FTTB (Fibre To The Building) und wie viele mit FTTH (Fibre To The Home) anbindet.
Open-Access-Schnittstellen dauern 20 Monate und mehr
Auch die Zusammenarbeit mit anderen Netzbetreibern für Open Access ist laut von Lepel sehr aufwendig und kostenintensiv. Open Access- und Wholesale-Verträge mit der Telekom habe Netcologne bereits seit rund 12 Jahren geschlossen. "Damit Sie einen anderen Anbieter auf ihr Netz lassen können, sind unglaublich viele Anpassungen und Schnittstellen notwendig." Das betreffe auch die Abbildung der dahinter gelagerten Prozesse der Unternehmen, sagte er. "Wir sprechen hier mitunter von 20 Monaten und mehr, die wir allein an den Schnittstellen arbeiten. Dieser Aufwand lohnt sich nur, wenn große Netze zusammengeschaltet werden und bei einem Vorleistungseinkauf im größeren Stil."
Das seit 29 Jahren bestehende Unternehmen Netcologne betreibt ein TV-Kabel- und ein Telekommunikationsnetz. Netcologne ist im Raum Köln, Bonn, Leverkusen, Aachen, Düren, Düsseldorf und Neuss aktiv.



