Nest: Wenn das Smart Home zum Horrorhaus wird
Rund 700 US-Dollar investierte ein Pärchen aus Milwaukee in den USA in Smart-Home-Geräte: Ein Thermostat, ein Türspion und eine Überwachungskamera sollten für ihre Sicherheit sorgen – so die Idee beim Kauf im Jahr 2018. Doch ein Angreifer konnte die Geräte unter seine Kontrolle bringen – und terrorisierte das Pärchen über die smarten Geräte, berichtet der amerikanische Lokalsender Fox6news(öffnet im neuen Fenster).
Es könnte eine Szene aus einem Krimi oder einem Horrorfilm sein: Samantha und Lamont Westmoreland kommen nach Hause, da hören sie eine Stimme in der eigentlich leeren Wohnung. Die Stimme kommt aus der Nest-Kamera in der Küche, die auch einen Lautsprecher und ein Mikrofon besitzt. Gleichzeitig steigt die Temperatur des Thermostats immer weiter an, bis auf 32° Celsius. Unterdessen ertönt aus der Kamera vulgäre Musik. "Ich habe die Kamera ausgesteckt und auf die Decke gerichtet,"erklärte Westmoreland Fox6news. Anschließend hätten sie die Passwörter geändert. Doch als sie die Geräte wieder einschalteten, war auch der Angreifer wieder da.
Das Paar vermutet, dass sich jemand in ihr Wi-Fi gehackt hat und von dort aus auf ihre Nest-Geräte gelangte. "Wenn jemand das WLAN hackt, sollte er nicht auch auf die Nest-Geräte zugreifen können, ohne einen weiteren Schutz überwinden zu müssen,"sagt Westmoreland. Das Pärchen möchte nun andere Besitzer von Smart-Home-Geräten warnen.
Nest widerspricht den Anschuldigungen gegenüber Fox6news: "Es gab kein Datenleck bei Nest. Solche Berichte stammen von Kunden, die kompromittierte Passwörter verwenden (die durch Datenlecks auf anderen Webseiten öffentlich geworden sind)." In fast allen Fällen hätte Zwei-Faktor-Authentifizierung vor solchen Sicherheitsrisiken geschützt.
In einem solchen Fall hat ein kanadischer Hacker die Eigentümer einer Nest-Überwachungskamera über den Lautsprecher auf die Sicherheitslücke hingewiesen. Der Eigentümer hatte das gleiche Passwort auch auf vielen anderen Webseiten verwendet. Eine davon war gehackt worden.
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Bei gebrauchten Nest-Cams konnten die ehemaligen Besitze auch ohne das Passwort auf die Bilder der Kameras zugreifen – auch wenn diese auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wurden. Die Sicherheitslücke wurde von Nest behoben und per automatischem Update verteilt. Dennoch sollten sich Käufer von gebrauchten Smart-Home-Geräten der potenziellen Gefahr bewusst sein, dass der ursprüngliche Nutzer noch an die Daten des Gerätes – beispielsweise über eine Sicherheitslücke – gelangen könnte. Im Februar wurde zudem bekannt, dass die Alarmanlage Nest Secure ein undokumentiertes Mikrofon enthielt.
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