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NES Classic Mini: Nintendos Retro-Konsole hat vier Kerne und 256 MByte RAM

Was braucht man, um einen alten 6502er-Prozessor des NES mit nicht einmal 2 MHz zu emulieren? Anscheinend einen 4-Kern-ARM-SoC und verglichen mit der Vergangenheit eine kaum vorstellbare Menge RAM. Aber der Grund für die schnelle Nintendo -Hardware dürfte doch ein anderer sein.
/ Andreas Sebayang
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Das neue, kleine NES (Bild: Nintendo)
Das neue, kleine NES Bild: Nintendo

In Nintendos neuer Retro-Konsole NES Classic Mini steckt Hardware, die man sich anno 1985 wohl kaum vorstellen konnte. Das geht zumindest aus den ersten Versuchen hervor(öffnet im neuen Fenster) , das NES Classic Mini zu öffnen(öffnet im neuen Fenster) . Als Rechenwerk ist auf dem kleinen Board ein System-on-a-Chip (SoC) mit ARMv7-Kernen von Allwinner (R16) aufgelötet, der gleich vier dieser Kerne hat. Diese können zudem auf 256 MByte RAM zugreifen und die Spiele finden sich auf 512 MByte Flashspeicher. Reddit-Nutzer haben diese Details herausgefunden(öffnet im neuen Fenster) .

Das ist im Vergleich zur Ur-Hardware ein völlig überdimensioniertes System. Denn der alte 6502er-Kern(öffnet im neuen Fenster) , den Ricoh im Original NES alias Famicom in den 1980er Jahren nutzte, hat noch nicht einmal die 2-MHz-Barriere knacken können. Und der Arbeitsspeicher hatte gerade einmal 2 KByte Kapazität(öffnet im neuen Fenster) , wobei früher solche Angaben häufig noch in KBit gemacht wurden. Selbiges galt für die Kapazität der Spiele von anscheinend bis zu 8 MBit(öffnet im neuen Fenster) auf einem Modul. Offizielle Informationen gibt es dazu allerdings nicht mehr, zumindest nicht online. Nintendo dokumentiert nur einen kleinen Teil der Hardware(öffnet im neuen Fenster) .

Family Computer Mini (Famicom Mini)
Family Computer Mini (Famicom Mini) (04:49)

Spiele erschienen zudem auf Nintendos Diskettensystem(öffnet im neuen Fenster) , das hierzulande allerdings kaum einer kennt und selbst in der Import-Szene äußerst ungewöhnlich war. Die Disketten hatten 64 KByte pro Seite(öffnet im neuen Fenster) . Der Flashspeicher des NES Classic Mini dürfte also ziemlich viel ungenutzten Speicher haben.

Open-Source-Software als Grundlage

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Nintendo nicht alleine an der Konsole gearbeitet hat, sondern eine freie Software unter GPL/LGPL verwendet(öffnet im neuen Fenster) , deren Quellcode in Zukunft auf Nintendos Open-Soure-Webseite(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung stehen soll. Es gibt einige Spekulationen, dass es sich um ein Linux handele. Aber bislang sind es wohl nur Hinweise, die hierauf deuten. Eine Möglichkeit wäre zudem, dass auch der Emulator auf quelloffener Software aufbaut.

Nintendo Classic NES Mini
Nintendo Classic NES Mini (02:54)

Hardwaretechnisch ist die kleine Konsole damit äußerst großzügig ausgestattet, vermutlich sind die Komponenten aber so günstig, dass die Entwicklung von schwächerer Hardware nicht notwendig war. Mit der Ausstattung hätte das NES Classic Mini durchaus eine Grundlage für ein neues Retro-System werden können. Doch Nintendo verkauft die Konsole in Kürze als zwei geschlossene Systeme mit vorinstallierten Spielen. Einmal als NES-Fassung und zusätzlich als Famicom-Version . Mit der Hardwaregrundlage könnte Nintendo noch weitere Editionen auf den Markt bringen, eventuell sogar mit Super-Nintendo- oder N64-Emulation. Retropie für Raspberry Pi , zeigt jedenfalls, dass es dafür keine besonders schnelle Hardware braucht.

Das NES Classic Mini erscheint am 11. November 2016 zu einem Preis von rund 70 Euro.


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