Neptune Suite: Smartwatch soll Smartphone, Tablet und Netbook ersetzen

Das kanadische Unternehmen Neptune hat seine Idee rund um das Duo-Smartwatch noch weiter gedacht: Jetzt soll die Smartwatch nicht nur das Smartphone, sondern auch das Tablet und das Netbook ersetzen. Das neue System nennt sich Neptune Suite und besteht aus einer Smartwatch und viel Zubehör. Auf Indiegogo wird derzeit Geld dafür gesammelt, die Mindestsumme wurde bereits nach kurzer Zeit überschritten.

Die Neptune Suite besteht im Grunde aus insgesamt sechs Geräten. Kern der ganzen Angelegenheit ist die Smartwatch namens Hub, die es in drei Größen geben soll. Insgesamt gibt es dafür also fünf Zubehörteile, die alle im Kaufpreis enthalten sind. So gibt es das vom Duo bekannte 5-Zoll-Gehäuse namens Pocket, das wie ein Smartphone aussieht, aber keines ist. Die gesamte relevante Technik, wie Prozessor, LTE-Modul, Speicher, WLAN-Funktion und Ähnliches, soll komplett in der Smartwatch stecken.












Der Nutzer soll alles mit der Smartwatch erledigen können, was er auch mit dem Smartphone tut - sogar telefonieren. Das Pocket soll immer dann zum Einsatz kommen, wenn dem Nutzer das Smartwatch-Display zu klein wird. Die Daten sollen dann drahtlos übermittelt werden. Dabei soll der neue WLAN-Standard 802.11ad alias Wigig zum Einsatz kommen. Eine auf der Smartwatch geöffnete App soll direkt auf dem Pocket weiterlaufen können.
Genügt auch der 5-Zoll-Bildschirm nicht mehr, kommt das Zubehör Tab Screen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Gerät mit einem 10 Zoll großen Display, es soll all das erlauben, was Nutzer heutzutage mit einem Tablet erledigen. Die Arbeitsweise ist dabei ähnlich, auch das Tabletgehäuse erhält Daten drahtlos von der Smartwatch.
Als Ergänzung für das Tab Screen gibt es eine drahtlose Tastatur, die speziell für das Tabletgehäuse angepasst ist und sich im Gespann wie ein Notebook verhalten soll. So soll mobiles Arbeiten vereinfacht werden. Ferner gibt es einen HDMI-Stick, mit dem sich Inhalte von der Smartwatch auf einem großen Fernseher anzeigen lassen. Damit will Neptune dem Käufer der Suite die Möglichkeit geben, die Daten der Smartwatch auf möglichst vielen Displaygrößen anzuzeigen.
Verkaufsstart erst in knapp einem Jahr
Das fünfte Zubehörstück hat dann einen anderen Einsatzzweck. Hierbei handelt es sich um ein Bluetooth-Headset, um mobil bequem Musik hören zu können. Es besteht nur aus zwei Ohrhörern und einem Verbindungskabel dazwischen, so dass es sich ohne viel Kabelgewirr tragen lassen soll.












Pocket und Tab Screen sind auch als mobile Ladestationen für die Smartwatch gedacht. In der Smartwatch soll ein 1.000-mAh-Akku eingebaut werden, das Pocket wird einen 2.800-mAh-Akku erhalten und im Tablet steckt einer mit 7.000 mAh. In der Praxis dürfte es für Intensivnutzer aber sehr mühsam sein, wenn die Smartwatch möglicherweise mehrmals am Tag aufgeladen werden muss.
Das Konzept greift die Idee von Asus' Padfone-Geräten auf. Auch hier wird ein Gerät umfunktioniert. Technisch ist es aber ganz anders realisiert. Beim Padfone gibt es ein normales Smartphone, das in ein Tabletgehäuse geschoben werden kann, um das Smartphone mit einem größeren Display zu verwenden.
Technische Basisdaten des Konzepts
Zur Vorstellung des Neptune Duo lagen bisher kaum technische Spezifikationen vor, diese wurden nun nachgereicht. Die Smartwatch wird mit Android 5.0 alias Lollipop laufen. Sie soll einen 2,4 Zoll großen Touchscreen, einen Quad-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 1,8 GHz und 64 GByte Flash-Speicher haben. Ein Steckplatz für Speicherkarten ist wohl nicht vorgesehen.
Der 5-Zoll-Touchscreen im Pocket wird eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln haben, das ist derzeit für diese Displaygröße noch ausreichend. Zudem gibt es hinten eine 8-Megapixel-Kamera und vorne eine 2-Megapixel-Kamera. Das Tab Screen hat ein 10 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und nur vorne eine Kamera.
Indiegogo-Kampagne läuft
Die Neptune Suite soll im Februar 2016 auf den Markt kommen. Das Paket wird dann voraussichtlich 900 US-Dollar kosten. Über die Indiegogo-Kampagne kann die Suite derzeit wahlweise für 600 US-Dollar oder für 650 US-Dollar vorbestellt werden. Die Bestellung wird dann erst in knapp einem Jahr geliefert.
Wer nur 200 US-Dollar anzahlt, kann die Neptune Suite für nochmals 550 US-Dollar kaufen. Das ergibt einen Endpreis von 750 US-Dollar, also immer noch eine Ersparnis von 150 US-Dollar. Die Kampagne auf Indiegogo(öffnet im neuen Fenster) läuft noch 29 Tage. Sie hat das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar bereits erreicht und liegt derzeit bei knapp über 800.000 US-Dollar.



