Neokylin: Dell verkauft in China 42 Prozent Linux-Rechner

Die Kooperationen von Dell mit verschiedenen in China beheimateten Unternehmen führt zu Geschäftsstrategien, die sich vom Rest der Welt deutlich unterscheiden. So sagte der China-Chef von Dell, Chenhong Huang, dem Wall Street Journal (WSJ)(öffnet im neuen Fenster) , dass inzwischen 42 Prozent der von Dell in China verkauften Rechner mit der Linux-Distribution Neokylin ausgeliefert werden.
Mit dem Verkauf von Rechnern mit Neokylin habe Dell in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres begonnen und sei damit das erste nicht aus China stammende Unternehmen gewesen. Auch HP verkaufe mittlerweile Geräte mit Neokyin, heißt es. Bei der Distribution handelt es sich offenbar um eine Kombination des Betriebssystems Kylin(öffnet im neuen Fenster) von der Universität für Verteidigungstechnologie(öffnet im neuen Fenster) sowie dem Neoshine-Desktop(öffnet im neuen Fenster) des staatlichen Unternehmens China Electronics Corp. Mit dem von Canonical forcierten Ubuntu Kylin(öffnet im neuen Fenster) hat die Distribution wohl aber außer dem ähnlichen Namen nichts gemein.
Der genannte Prozentsatz erscheint extrem hoch. Immerhin liegt die weltweite Nutzungsrate von Linux-Systemen auf Desktop-PCs und Laptops aktuellen Studien zufolge(öffnet im neuen Fenster) gerade einmal zwischen 1 und 2 Prozent. In den USA und Europa ist es auch teils schwierig, viele Computer mit vorinstalliertem Linux zu erwerben. Wobei es einige prominente Ausnahmen gibt, wie etwa die Developer Edition von Dells XPS 13 .
Darüber hinaus arbeitet Dell laut dem Bericht des WSJ mit Kingsoft zusammen, um für seine Kunden in China unterschiedliche Cloud-Computing-Produkte zu erstellen. Kingsoft erstellt aber auch Desktopsoftware wie das in China weit verbreitete WPS Office.