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Neobroker: Trade Republic wird wertvollstes deutsches Start-up

Mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro steigt Trade Republic zum wertvollsten deutschen Start-up auf und erhöht den Druck auf Banken.
/ Peter Steinlechner , dpa
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Artwork der App von Trade Republic (Bild: Trade Republic)
Artwork der App von Trade Republic Bild: Trade Republic

Der Onlinebroker Trade Republic(öffnet im neuen Fenster) steigt nach eigenen Angaben zum wertvollsten deutschen Start-up auf. Beim Verkauf von Firmenanteilen von Investoren aus der Frühphase wurde das Berliner Unternehmen nun mit 12,5 Milliarden Euro bewertet, wie Trade Republic laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Gemessen an der letzten Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2022, bei der Trade Republic auf 5 Milliarden Euro taxiert wurde, hat sich die Bewertung damit mehr als verdoppelt.

Damit überholt der Smartphone-Broker, der vor allem von jungen Menschen genutzt wird, die Münchener Rüstungsfirma Helsing, die im Sommer mit zwölf Milliarden Euro bewertet wurde.

"In den vergangenen 18 Monaten haben wir unsere Kundenbasis auf mehr als 10 Millionen Menschen verdoppelt, die zusammen 150 Milliarden Euro Vermögen verwalten" , sagte Mitgründer Christian Hecker.

Bei der Finanzierungsrunde übernahmen bestehende Investoren, darunter der Founders Fund des US-Milliardärs Peter Thiel, Anteile von Investoren aus der Frühphase.

Dazu kamen neue Investoren wie die US-Vermögensverwalter Fidelity und Wellington sowie Singapurs Staatsfonds GIC und die Investmentfirma Aglaé der französischen Arnault-Familie, die den Luxusgüterkonzern LVMH kontrolliert.

Harte Konkurrenz für etablierte Banken

Trade Republic war 2019 als Broker gestartet und erlebte wie andere Finanz-Start-ups in der Coronapandemie einen Boom. Seit 2023 hat die Firma eine Vollbanklizenz und bietet zum Beispiel Bezahlkarten, Girokonten und Kinderdepots an.

Mit niedrigen Gebühren etwa für den Aktienhandel, hohen Tagesgeldzinsen und kostenfreien Sparplänen für Indexfonds (ETFs) ist Trade Republic zu einer harten Konkurrenz für etablierte Banken geworden.

Allerdings steht die Firma, die rein auf App-Basis agiert und keine Filialen unterhält, immer wieder in der Kritik wegen Mängeln beim Service – zuletzt wegen langen Wartezeiten bei Depotübertragungen .

Das starke Wachstum von Trade Republic hat andere Banken aufgeschreckt. So wollen die Sparkassen ab Anfang 2026 mit einem einfacheren Angebot im Wertpapierhandel punkten.

"Die ersten Kunden werden ab dem Jahreswechsel in der Sparkassen-App direkt Aktien und ETFs kaufen und ETF-Sparpläne mit wenigen Klicks anlegen können" , sagte Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands DSGV, jüngst dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .


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