Negativzinsen: Erste Banken schaffen Strafzinsen wieder ab

Ein Ende der Negativzinsen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto ist in Sicht. Die ersten Finanzinstitute haben bereits die Wende eingeleitet.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Banknoten
Banknoten (Bild: martaposemuckel/Pixabay)

Die Zeit der Negativzinsen für Tagesgeld und Co. nähert sich dem Ende. Schon vor der erwarteten ersten Leitzinserhöhung im Euro-Raum seit elf Jahren haben mindestens 49 Geldhäuser das sogenannte Verwahrentgelt für Privatkunden ganz oder teilweise abgeschafft, wie aus einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox von rund 1.300 Banken und Sparkassen hervorgeht. Viele warten allerdings noch ab. Angesichts der rasant gestiegenen Inflation bleiben die Zeiten für Sparer ohnehin schwierig.

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Den Daten zufolge verlangen aktuell immer noch mindestens 426 Kreditinstitute Negativzinsen ab bestimmten Summen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto (Stand: 14. Juli). "Sobald die Notenbank den Strafzins auf Bankeinlagen streicht, werden auch die Negativzinsen für Sparer auf breiter Front wegfallen", erwartet Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Ein historisches Zinsphänomen geht zu Ende.".

Die Europäische Zentralbank (EZB) will bei ihrer Sitzung am 21. Juli angesichts der Rekordinflation die Leitzinsen im Euroraum um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben. Es wäre die erste Zinserhöhung seit elf Jahren. Im September hat die Notenbank einen weiteren - womöglich größeren Zinsschritt - in Aussicht gestellt. Noch müssen Banken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Die Kosten dafür geben viele Geldhäuser an Kunden weiter.

Großteil der Kunden muss keine Negativzinsen mehr zahlen

Mehrere große Institute, darunter auch die Deutsche Bank, haben angekündigt, die Negativzinsen für ihre Kunden entsprechend der EZB-Entscheidungen zurückzufahren. Bei vielen Banken und Sparkassen reduzieren sich die Negativzinsen Verivox zufolge bei einer Zinsanpassung ohnehin automatisch, weil sie das Verwahrentgelt ausdrücklich an den Einlagezins der EZB gekoppelt haben. "Wenn die Zinsen künftig steigen, wird das Geschäft mit Spargeldern für die Banken wieder attraktiv. Die ersten Institute bringen sich dafür jetzt schon in Stellung", erläuterte Maier.

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Der Auswertung zufolge haben seit Ende April bereits 34 Finanzhäuser ihre Negativzinsen komplett abgeschafft. Bei weiteren 15 Instituten wurden die Freibeträge deutlich angehoben, so dass zumindest ein Großteil der Kunden keine Negativzinsen mehr zahlt. Ein weiteres Institut hat die vollständige Abschaffung beschlossen, die Negativzinsen entfallen zum 1. August.

Unter den Geldhäusern, die Wende eingeleitet haben, sind demnach neben Onlinebanken vor allem viele regionale Institute, darunter mehrere Sparda- und PSD-Banken sowie auch Volksbanken und Sparkassen.

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