NEC: 1&1 verliert seinen wichtigsten Antennenlieferanten

1&1 verliert mit NEC seinen wichtigsten Lieferanten für die Open-RAN-Antennen seiner Mobilfunkstationen. "Grundsätzlich werden wir zukünftig nicht mehr in die Entwicklung investieren" , sagte NEC-Präsident Takayuki Morita der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen werde sich künftig auf Software konzentrieren.
Da das Geschäft mit 5G-Basisstationrn weiterhin Verluste schreibt, hat NEC laut dem Bericht Restrukturierungsmaßnahmen ergriffen und im Ausland Personal abgebaut. "NEC lieferte als erstes Unternehmen O-RAN-konforme 5G-Funkgeräte für den großflächigen kommerziellen Einsatz und realisierte zudem den weltweit ersten O-RAN Massive MIMO-Einsatz in dicht besiedelten städtischen Gebieten" hatte der Anbieter zuvor erklärt(öffnet im neuen Fenster) .
Laut dem Marktforschungsunternehmen Omdia beherrschen Huawei Technologies (China), Ericsson (Schweden) und Nokia (Finnland) fast 80 Prozent des Weltmarkts für Mobilfunkbasisstationen. Die japanischen Unternehmen NEC und Fujitsu halten weniger als 2 Prozent.
Fujitsu gliederte im Juli 2025 sein Kommunikationsgeschäft, einschließlich Basisstationen, in eine neue Tochtergesellschaft aus. Kyocera, das ursprünglich 2027 in den Markt für 5G-Basisstationen einsteigen wollte, hat laut Nikkei die Entwicklung der Technologie eingestellt.
1&1: langfristig keine negativen Auswirkungen
1&1-Sprecher Daniel Rottinger erklärte Golem auf Anfrage: "Die strategische Neuausrichtung von NEC hat keine Auswirkungen auf 1&1. Es ist sichergestellt, dass alle vertraglich geschuldeten Leistungen erbracht werden. 1&1 setzt auf Open RAN und damit auf offene Schnittstellen, so sehen wir auch langfristig keine negativen Auswirkungen, da im weiteren Ausbau des Netzes auch flexibel andere Lieferanten ausgewählt werden können."
Das stellte der Mobilfunkanbieter im Jahr 2024 noch anders dar(öffnet im neuen Fenster) : "Als führendes Unternehmen bei der Integration von Netzwerk- und IT-Technologien spielt NEC eine zentrale Rolle, die Vision von 1&1 zu verwirklichen, und das erste vollständig virtualisierte, End-to-End cloudbasierte Mobilfunknetz auszubauen."
An allen Standorten eingesetzte, moderne Gigabit-Antennen, die 1&1 mit NEC-Komponenten bestückt, nutzen das Multiple-Input-Multiple-Output-Prinzip (kurz MIMO). Damit können mehrere Antennen gleichzeitig senden, was die Übertragungseigenschaften deutlich verbessert.