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Nebenkostenprivileg: Auch Tele Columbus verliert massiv an Kabelfernsehkunden

Der Wegfall des Nebenkostenprivilegs trifft Tele Columbus hart – der Umsatz leidet allerdings kaum darunter.
/ Tobias Költzsch
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Seit Juli müssen sich Kabel-TV-Kunden in Deutschland selbst um ihren Anbieter kümmern. (Bild: Pexels)
Seit Juli müssen sich Kabel-TV-Kunden in Deutschland selbst um ihren Anbieter kümmern. Bild: Pexels / Pexels-Lizenz

Tele Columbus hat im Jahresvergleich im dritten Quartal 40,4 Prozent der Kabelfernsehkunden verloren, wie der Netzanbieter in seinem jüngst erschienenen Quartalsbericht(öffnet im neuen Fenster) mitteilt. Damit bleiben Tele Columbus noch 1,1 Millionen Kunden, die das Kabelfernsehen des Anbieters nutzen.

Grund für die Verringerung ist der Wegfall der Kabelnetzgebühren aus den Mietnebenkosten. Seit dem 1. Juli 2024 gibt es den in den Mietnebenkosten integrierten Kabelnetzanschluss in Deutschland nicht mehr – Mieter müssen nun selbst einen Anschluss abschließen und haben dabei die freie Wahl.

Unter dem Wegfall dieses Nebenkostenprivilegs leiden auch andere Kabelnetzanbieter, die von der Regelung profitiert hatten. Vodafone etwa verlor 2,2 Millionen Kunden. Bei anderen Anbietern wie der Telekom mit Magenta TV oder den Internetanbietern Zattoo und Waipu gehen die Nutzerzahlen hingegen nach oben.

Zuwächse bei Internetanschlüssen

Auch Tele Columbus geht davon aus, dass die Zahl von Einzelverträgen im Kabelbereich steigen wird. Dafür sollen die Vertriebsaktivitäten verstärkt werden. Neben dem Verlust an Kabelfernsehkunden verzeichnet Tele Columbus einen Zuwachs bei den Internetanschlüssen.

Dort steigerte sich die Zahl der Kunden im dritten Quartal 2024 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 113,1 Prozent. Über 50 Prozent der Neukunden des Dienstes Pyur wählten Verträge mit Bandbreiten von 500 MBit/s und höher.

Der Umsatz von Tele Columbus blieb im Neun-Monats-Vergleich mit 325 Millionen Euro trotz des Wegfalls der Kabelfernsehkunden relativ stabil (-2,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum). Auch das normalisierte Ebitda ist in den ersten neun Monaten stabil geblieben – es liegt bei 141,6 Millionen Euro, im Vorjahr lag es im gleichen Zeitraum bei 141,5 Millionen Euro.

Das berichtete Ebitda sank um 14,2 Prozent von 122,9 auf 105,4 Millionen Euro. Tele Columbus macht dafür "Transformationsaktivitäten innerhalb der Unternehmensgruppe" verantwortlich.


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