Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Nearby: Google möchte mithören

Mit dem im Vorfeld bekannt gewordenen Android -Dienst Nearby möchte Google eine einfache Vernetzung von Nutzern und Geräten ermöglichen - dafür aber Mikrofon, WLAN und die Standortdienste automatisch aktivieren.
/ Tobias Költzsch
61 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mit Nearby möchte Google die Kommunikation zwischen Android-Geräten vereinfachen - und gewinnt dabei mehr Daten. (Bild: Reuters/Francois Lenoir)
Mit Nearby möchte Google die Kommunikation zwischen Android-Geräten vereinfachen - und gewinnt dabei mehr Daten. Bild: Reuters/Francois Lenoir

Google könnte mit Nearby künftig einen neuen Dienst anbieten, der Android-Nutzern neue Möglichkeiten bietet - aber auch tiefer in die Privatsphäre eingreift. Die Internetseite Android Police(öffnet im neuen Fenster) hat Vorabinformationen zu Nearby erhalten, die offenbar auch die komplette App beinhalten.

Nearby erkennt andere Android-Geräte

Mit Nearby können sich Android-Geräte unterschiedlicher Nutzer automatisch erkennen. Dies ermöglicht eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten: Beispielsweise sind so nutzerabhängige Erinnerungen möglich, also "Erinnere mich an etwas, wenn ich Person X treffe" . Auch eine mit iBeacon vergleichbare personalisierte Werbung ist denkbar: Wenn sich der Nutzer in der Nähe eines Geschäftes befindet, könnte dieses ihm Informationen schicken.

Um andere Geräte zu erkennen, soll Nearby automatisch verschiedene Funktionen des Smartphones aktivieren. Dazu gehören WLAN, Bluetooth - und auch das Mikrofon. Diese Funktionen würden von Google+ und weiteren Google-Diensten benötigt, um Daten auszutauschen, erklärt Google im Android Police vorliegenden Einleitungstext der App. Aktiviert der Nutzer Nearby auf einem Gerät, wird es automatisch auch auf all seinen anderen Android-Geräten eingeschaltet - auch auf künftigen. So ist es beispielsweise einfach, Daten zwischen dem eigenen Smartphone und Tablet auszutauschen, ohne die Geräte explizit miteinander zu verbinden.

Zudem wissen diese Geräte dann stets, wie weit sie voneinander entfernt sind. Gerade im Kontext mit Wearables könnte dies nützlich sein. Auch Interaktionen mit androidgesteuerten, vernetzten Heimgeräten wie Garagentorsteuerungen und Thermostaten sind denkbar.

Fragen zum Datenschutz

Der Umstand, dass Nearby auch das Mikrofon benutzt und zudem automatisch die Lokalisierungsfunktionen des Nutzerkontos aktiviert, dürfte bei Datenschützern Bedenken hervorrufen. Dass diese Informationen auch bei Google gespeichert werden sollen, dürfte diese Bedenken noch erhöhen. Unbekannt ist, wie lange die Daten bei Google gespeichert werden, und wie weit Google im Rahmen der Nutzungsbedingungen darauf zugreifen darf. Allerdings sollen Nutzer einstellen können, in welchem Ausmaß Nearby Funktionen aktivieren darf.

Wann Nearby letztlich verfügbar sein wird, ist unklar. Laut Android Police soll die Funktion im Rahmen eines Updates des Google-Play-Services aufgespielt werden. Dies könnte im Rahmen der Ende Juni 2014 stattfindenden Entwicklerkonferenz Google I/O passieren. Bereits 2010 hatte Google einen Service namens Nearby vorgestellt: So hieß auch die Umgebungssuche bei Googles Internetsuchmaschine.


Relevante Themen