NBA 2K: Zum Glück hat Mama keinen Nintendo gekauft

Blocken, dribbeln, werfen: Jannis Neumann ist Deutschlands einziger E-Sport-Profi im Basketball. Wie es ist, Dirk Nowitzkis virtueller Teamkollege zu sein.

Artikel von Philipp Awounou/Zeit Online veröffentlicht am
Die Konkurrenz in der virtuellen Liga ist groß.
Die Konkurrenz in der virtuellen Liga ist groß. (Bild: 2K Games)

Fast hätte sie ihm seinen Wunsch ausgeschlagen, damals, vor acht Jahren. Fast hätte Jannis Neumanns Mutter Nein gesagt, als ihr 14-jähriger Sohn sie um eine Playstation 3 anbettelte. Sie hätte ihm lieber eine Nintendo Wii gekauft, dieses andere Konsolendings mit den Bewegungssensoren. Da wäre er zumindest körperlich aktiv gewesen beim Zocken.

Inhalt:
  1. NBA 2K: Zum Glück hat Mama keinen Nintendo gekauft
  2. Mentaltrainer für E-Sportler
  3. Erfolgreiche Debütsaison der 2K League

Der Junge aber blieb stur, ein Teenager eben, und schließlich gab Mama nach. "Zum Glück", sagt er rückblickend. Denn mit einer Wii wäre aus Neumann wohl kaum "JLB" geworden: Deutschlands einziger E-Sport-Profi im virtuellen Basketball.

"JLB", das steht für "Jannis liebt Basketball". Es ist das Kürzel, unter dem Neumann in der E-Sport-Community bekannt ist. Genauer gesagt in dem Teil der Szene, der NBA 2K spielt. Mit mehr als 80 Millionen verkauften Einheiten weltweit gehört die Basketballsimulation des Gaming-Unternehmens 2K Sports zu den erfolgreichsten Videospielreihen überhaupt. "In den USA ist 2K so beliebt wie Fifa in Deutschland", sagt Neumann. Er kann sich ein Urteil erlauben: Von April bis August hat er in Dallas gelebt und 32.000 Dollar verdient - als Dirk Nowitzkis virtueller Teamkollege. Neumann spielte für Mavs Gaming, die E-Sport-Abteilung der Dallas Mavericks.

Auf Anhieb in die Top 20

Dass JLB einmal von seinem Hobby würde leben können, war vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen. Nicht, dass er kein Talent gehabt hätte - nachdem er seine Playstation bekommen hatte, stürmte er auf Anhieb in die Top 20 der 2K-Weltrangliste. Rund sechs Stunden täglich verbrachte er vor der Konsole, um in dem komplex aufgebauten Ranking in die Spitzenregion vorzustoßen.

Stellenmarkt
  1. System-Administrator (m/w/d)
    MVZ Clotten Labor Dr. Haas, Dr. Raif & Kollegen, Freiburg
  2. Frontend Engineer/Web-Entwickler (w/m/d) Redispatch und Vorhersagen
    emsys grid services GmbH, Oldenburg bei Bremen
Detailsuche

Das Problem war vielmehr, dass es damals noch keine professionelle 2K-Szene gab. Keine großen Turniere, keine Sponsoren. Erst als die NBA selbst Interesse für den Gaming-Bereich entwickelte, entstanden die nötigen Strukturen. In Kooperation mit Take-Two Interactive, dem Mutterkonzern von 2K Sports, richtete die Liga zunächst publikumswirksame Fünf-gegen-Fünf-Turniere aus, ehe NBA-Commissioner Adam Silver im Frühjahr 2017 die Gründung der NBA 2K League verkündete: der ersten offiziellen 2K-Liga, betrieben von ihrem realen Vorbild.

Unter den größten Sportligen der Welt ist die NBA damit Pionier. Es gibt keine Madden NFL League, keine E-Premier-League, auch keine in sich geschlossene virtuelle Bundesliga. Noch nicht jedenfalls. Einzig die NBA versuchte sich bislang daran, den Gaming-Boom mit einer eigenen Liga zu monetarisieren - wobei sie sich Mühe gibt, möglichst nah am Original zu bleiben.

Die Teams werden, wie in echt, von den 30 NBA-Franchises gestellt, von denen sich aktuell 21 an der 2K League beteiligen. Ausgetragen wird die Meisterschaft - ebenfalls wirklichkeitsgetreu - in einer regulären Saison mit anschließenden Play-offs. Und gespielt wird natürlich Fünf-gegen-Fünf, wobei jeder E-Sportler seinen eigenen 2K-Charakter steuert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mentaltrainer für E-Sportler 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Khabaal 28. Jan 2019

@Urbautz du hast aber schon den ersten Satz gelesen? Die Beträge entsprechen nicht dem...

hans-peterr 25. Jan 2019

Alkoholsucht ergänzt sich wunderbar mit Spielsucht.

Anonymer Nutzer 25. Jan 2019

So sehe und sah ich das auch immer. Es war auch immer DER Nintendo bzw. der Super...

hans-peterr 24. Jan 2019

Wäre er jetzt vielleicht Golf Champion oder Tennis Profi. Habe gehört die zahlen besser...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
e.Go Life getestet
Abgesang auf ein schwer erfüllbares Versprechen

Der e.Go Life aus Aachen sollte Elektromobilität erschwinglich machen. Doch nach 1.500 ausgelieferten Exemplaren ist nun Schluss. Was nachvollziehbar ist.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

e.Go Life getestet: Abgesang auf ein schwer erfüllbares Versprechen
Artikel
  1. Leistungsaufnahme: Effizienz muss man auch wollen
    Leistungsaufnahme
    Effizienz muss man auch wollen

    Neue Hardware wird immer effizienter. Auch High-End-Prozessoren und Grafikkarten können sehr sparsam sein. Leider ist das nicht Standard.
    Ein IMHO von Martin Böckmann

  2. Lochstreifenleser selbst gebaut: Lochstreifen für das 21. Jahrhundert
    Lochstreifenleser selbst gebaut
    Lochstreifen für das 21. Jahrhundert

    Früher wurden Daten auf Lochstreifen gespeichert - lesen kann man sie heute nicht mehr so leicht. Es sei denn, man verwendet Jürgen Müllers Lesegerät auf Arduino-Basis.
    Von Tobias Költzsch

  3. PXW: Huawei bietet bald wieder 5G-Smartphones an
    PXW
    Huawei bietet bald wieder 5G-Smartphones an

    Der Telekomausrüster Huawei kommt nicht ohne seine darniederliegende Smartphone-Sparte aus. Jetzt zeichnen sich trotz Handelskrieg echte Lösungen ab.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • MindStar (Gigabyte RTX 3090 Ti 1.099€, RTX 3070 539€) • Alternate (Team Group DDR4/DDR5-RAM u. SSD) • Günstig wie nie: MSI Curved 27" WQHD 165Hz 289€, Philips LED TV 55" Ambilight 549€, Inno3D RTX 3090 Ti 1.199€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /