Nazis im Netz: Rechtsextreme konzentrieren sich auf soziale Netzwerke

Facebook, Youtube und Twitter werden bei Rechtsextremen immer beliebter. Die NPD nutzt sie als Rekrutierungsplattformen. Klassische Webseiten verlieren an Bedeutung.

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Die NPD nutzt die sozialen Netzwerke als Rekrutierungsplattformen.
Die NPD nutzt die sozialen Netzwerke als Rekrutierungsplattformen. (Bild: Sean Gallup/Getty Images Europe)

Von 2008 bis 2011 hat sich das Beschwerdeaufkommen bei Fällen mit rechtsextremem Hintergrund auf den sozialen Netzwerken mehr als verdreifacht. Das teilte die von den Bundesländern ins Leben gerufene Organisation jugendschutz.net mit. Im Jahr 2011 habe es 629 Hinweise anderer Internetnutzer auf rechtsextreme Angebote im Netz gegeben.

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Rechtsextreme versteckten sich oft hinter ganz normalen Seiten, sagte Stefan Glaser von jugendschutz.net. Erst auf den zweiten Blick würden die rechtsextremen Inhalte erkannt. Rechtsextreme Inhalte würden da platziert, "wo man es nicht erwartet und dadurch werden auch Leute erreicht, die mit der Szene nichts zu tun haben." Als Beispiel nannte Glaser Facebook-Seiten, die vordergründig gegen Kindesmissbrauch gerichtet sind.

Twitter immer beliebter

Facebook, Youtube und Twitter seien ideale Rekrutierungsplattformen, weil diese vor allem bei Jugendlichen besonders beliebt sind, sagte Glaser. Vor allem Twitter werde bei Rechtsextremen immer beliebter. 2011 habe man doppelt so viele Konten wie im Jahr davor beobachtet.

Mittlerweile seien auch alle Landesverbände der NPD bei Facebook, Youtube und Twitter aktiv. "Mit Kampagnen und Materialien, die sich an der Lebenswelt von Jugendlichen orientieren, versuchte die NPD schon früher, neue Sympathisanten zu gewinnen."

Klassische Webseiten spielen kaum noch eine Rolle

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Das Ausmaß und die Verbreitung rechtsextremer Inhalte habe sich durch die sozialen Netzwerke erhöht. In vielen Fällen hätten Youtube und Facebook sogar klassische Websites von rechtsextremen Gruppierungen komplett abgelöst.

Jugendschutz.net betreibt sogenanntes Internetmonitoring. Dabei werden bei rechtsextremen Angeboten die Provider informiert. Wer im Internet extremistische Seiten entdeckt, kann diese an jugendschutz.net melden. In 90 Prozent der Fälle habe man bisher eine Löschung der Angebote erzielen können, sagte Glaser.

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