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Navigation: Vibrotac bietet taktile Orientierung

Weltraumrobotik auf die Erde geholt: Ein Armband, das für die Fernsteuerung von Robotern gedacht war, soll künftig Sehbehinderte durch fremdes Terrain leiten.
/ Werner Pluta
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Vibrotac: Ergänzung zum Blindenstock (Bild: DLR)
Vibrotac: Ergänzung zum Blindenstock Bild: DLR

Fühlen statt sehen: Vibrotac – eine Abkürzung für Vibrotaktiles Feedback-Gerät – soll Blinde und Sehbehinderte durch eine fremde Umgebung leiten. Entwickelt wurde das Gerät am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Vibrotac ist ein Armband, in dem sechs Vibrationsmotoren integriert sind. Es ist per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und erhält von diesem GPS-Daten. Diese setzt es in Vibrationen um und geleitet den sehbehinderten Nutzer zu seinem Ziel, indem es einen weiteren Sinneskanal nutzt.

Das System sei nicht dazu gedacht, den Blindenstock zu ersetzen, sondern ihn zu ergänzen, erklären die DLR-Forscher: Das GPS kann den Träger zwar zum Ziel führen. Es kann ihn aber nicht auf Ampeln, Bordsteinkanten oder auf Hindernisse auf dem Bürgersteig hinweisen. "Das System unterstützt blinde Menschen, sich in einer fremden Umgebung zu orientieren, verbunden mit dem großen Vorteil, dass der für die Wahrnehmung der Umgebung eines Blinden so wichtige, akustische Sinneskanal – also sein Hörsinn – nicht belastet wird" , erklärt Projektleiter Simon Schätzle(öffnet im neuen Fenster) .

Ähnlich wie das ebenfalls vom DLR entwickelte Konzeptfahrzeug Romo stammt auch Vibrotac aus der Weltraumrobotik: Ursprünglich ist das System für die Teleoperation von Robotern(öffnet im neuen Fenster) entwickelt worden.

Eine Serienfertigung des Vibrotac ist in Vorbereitung. Die wird das Unternehmen Sensodrive(öffnet im neuen Fenster) übernehmen, eine Ausgründung des DLR.


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