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Navigation: Orbify rollt Navigationskarten wie im Film Inception auf

Ein norwegisches Startup biegt den Horizont in Navigationssystemen und verbindet auf diese Weise Nahansicht und Draufsicht.
/ Nils Matthiesen
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Startup biegt Navigationskarte in 3D (Bild: Screenshot: Nils Matthiesen)
Startup biegt Navigationskarte in 3D Bild: Screenshot: Nils Matthiesen

Bisher zeigen Navigationssysteme im Auto entweder eine Nahperspektive der unmittelbaren Umgebung oder eine komplette Übersichtskarte aus der Vogelperspektive. Das norwegische Startup Orbify entwickelt derzeit eine Navigationssoftware, die diese beiden Darstellungsebenen vereinen soll. Das berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster).

Die Software biegt die Straßenansicht vor dem Fahrzeug in einer dreidimensionalen Darstellung nach oben ab. Die visuelle Umsetzung erinnert damit an Szenen aus dem Spielfilm Inception. Der Patentantrag, den Orbify beim Europäischen Patentamt eingereicht hat (PCT/EP2026/058725), bezieht sich laut Mitgründer Karsten Huitfeldt auf den Biegealgorithmus sowie das Shader- und Kamera-Setup, die den Effekt erzeugen, und auf dessen Einsatz in der Navigation mit eingeblendeten Routendaten.

Visualisierung über Spiele-Engines

Nach eigenen Angaben von Huitfeldt bewegt sich das Projekt "zwischen einem funktionsfähigen Prototyp und einem kommerziellen Produkt". Eine Nutzerstudie, die Orbifys Ansatz mit klassischer Perspektiv- und Kartenansicht vergleichen soll, ist geplant, wurde aber noch nicht durchgeführt.

Eine neue, browserbasierte Demo(öffnet im neuen Fenster) nutzt die Play-Canvas-Engine (WebGL2/WebGPU) und stellt Gaussian Splatting in einer räumlichen Oberfläche dar. Frühere Prototypen entstanden dagegen mit den Spiele-Engines Unreal Engine und Unity. Zur Erzeugung der grafischen Umgebungen greift die Anwendung unter anderem auf dreidimensionale, fotorealistische 3D-Kacheln von Google zurück, die über Cesium eingebunden werden. Eigene Kartendaten sammelt Orbify dabei nicht. Das Unternehmen positioniert seine Technik vielmehr als zusätzliche Software-Schicht für bestehende 3D-Kartensysteme.

Plattformunabhängiger Einsatz geplant

Das System soll künftig plattformunabhängig im Webbrowser, auf Mobilgeräten sowie auf integrierten Fahrzeugnavigationssystemen laufen. Das kommerzielle Ziel besteht darin, die Technik als Software-Development-Kit für bestehende 3D-Karten- und Navigationssysteme anzubieten, statt ein eigenes Kartenökosystem aufzubauen.

Zum Hintergrund: Mitgründer Karsten Huitfeldt arbeitete bis 2025 als Architekt und Projektmanager beim Osloer Designstudio Snøhetta. Er begründet die Entwicklung damit, dass sich das Automobildesign in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt habe, während das Navigationsdesign stagniere: Nutzer müssten bisher gedanklich zwischen mehreren fragmentierten Ansichten wechseln. Die neue Software soll die nah- und fernbereichsorientierte Perspektive in einer durchgehenden Ansicht zusammenführen, um die kognitive Belastung beim Fahren zu reduzieren.


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