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Navi: AMD sieht richtiges Raytracing erst in ein paar Jahren

Die neuen Navi-Grafikkarten von AMD unterstützen kein hardwarebeschleunigtes Raytracing. Was erst wie ein Eingeständnis gegenüber Konkurrent Nvidia wirkt, ist eine interessante Strategie, die die Zukunft der Technik eigentlich erst in ein paar Jahren sieht - mit Next-Gen-Konsolen und Cloud Computing.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Erst die nächste Generation von RDNA soll Raytracing unterstützen.
Erst die nächste Generation von RDNA soll Raytracing unterstützen. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Auf Basis der neuen Architektur RDNA hat AMD neue Grafikkarten geschaffen, die mit einigen Produkten wie der Geforce RTX 2070 und RTX 2060 konkurrieren. Die 7-nm-Karten der Generation Navi beantworten allerdings eine Frage nicht: Wie steht AMD zu hardwarebeschleunigtem Raytracing - einer Funktion, die Nvidia bereits implementiert? Die RX 5700 XT und RX 5700 unterstützen die Funktion zumindest noch nicht.

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Der Chiphersteller ist sich dieses offensichtlichen Nachteils gegenüber Nvidia bewusst und versucht erst gar nicht, damit zum jetzigen Zeitpunkt zu konkurrieren. AMD begründet diesen Schritt auf der eigenen Konferenz Tech Day 2019: "Raytracing wird sich von Shader-basierter Beschleunigung zu hardwarebasierter Beschleunigung entwickeln - zur gegebenen Zeit", sagt das Unternehmen mit anscheinend ironischem Blick darauf, dass die Technik noch mit Leistungsproblemen zu kämpfen hat. Tatsächlich zeigen bisherige Benchmarks, dass Bildraten in Raytracing-Titeln wie Battlefield 5 und Metro: Exodus teils drastisch absinken. Zudem gibt es bisher kaum Spiele, die die realistische Berechnung der Lichtstrahlen überhaupt verwenden.

Aus Sicht von AMD ist die Zurückhaltung ein strategisch sinnvoller Zug. Während das Unternehmen mit vielen großen Partnern wie Microsoft und Sony an der Technik feilt, investiert Nvidia weiterhin viel Forschungsgeld darin. Dabei ist es die kommende Generation von AMDs Navi, die sowohl in Microsofts Project Scarlett als auch Sonys Next-Gen-Playstation enthalten sein wird. Beide Konsolen werden nach aktuellen Informationen hardwarebeschleunigtes Raytracing unterstützen. Das deckt sich mit der Roadmap, die AMD auf seiner Konferenz veröffentlicht: Erst die nächste Generation von Navi wird Raytracing wirklich unterstützen.

Der Vorteil von AMD ist, dass zu diesem Zeitpunkt wohl viele Titel veröffentlicht werden, die die Funktion effektiv einsetzen. Schließlich gibt es in den kommenden Jahren zwei neue Konsolenplattformen, die mit ihren jeweiligen Exklusivtiteln zeigen wollen, was das System zu bieten hat. Microsoft hat auf der E3 2019 den ersten Schritt gemacht und mit Project Scarlett seine kommende Konsole angekündigt, die sowohl einen Zen-Prozessor als auch eine Navi-GPU nutzt.

"Ehrlich gesagt - es wird noch einige Jahre dauern", gibt das Unternehmen allerdings zu. Die Zukunft sieht AMD letztlich im Cloud Computing. "Wir glauben, dass Cloud Computing wirklich das Ziel erreichen wird, Raytracing einer breiten Masse verfügbar zu machen", sagt der Hersteller. Dass dies behauptet wird, ist sicherlich kein Zufall, denn AMD ist bei einem kommenden Cloud-Dienst - Google Stadia - bereits mit Navi involviert. Es ist schwierig vorauszusehen, ob diese Strategie aufgeht, denn Cloud-Gaming ist bisher ein kaum verbreiteter Markt. Außerdem hängt diese Technik von anderen Faktoren ab, die AMDs Richtung relativ riskant machen - etwa am schnellen Ausbau von Hochgeschwindigkeitsverbindungen in großen Gaming-Märkten.

Es ist interessant, zu beobachten, wie AMD dem Konkurrenten Nvidia ausweicht, statt direkt zu konkurrieren: AMD erschließt Märkte im Konsolenbereich und im Cloud Gaming und will sogar in Zusammenarbeit mit Samsung eine Radeon-Grafikeinheit für mobile Geräte entwickeln. Nvidia bleibt hingegen im Serverbereich, im Desktop-Segment und bei Notebooks weiterhin vorn.

Trotzdem versucht der Hersteller, an Core-Gamer und den PC-Markt zu appellieren. Marketingbegriffe wie der in Navi neu eingeführte "Game-Clock" bestätigen diese Ansicht. Das mag laut den ersten Benchmarks bei den aktuellen Zen-2-Prozessoren funktionieren, Navi-GPUs sind allerdings eher im Vergleich zu den eigenen Produkten ein echter Fortschritt. Nvidia wird vorerst weiterhin den High-End-Markt allein bedienen - und kann entsprechend die Preise für seine RTX-2080- und RTX-2080-Ti-Karten hoch halten. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Nvidia bei seinen GPUs etwas Zeit lässt. In zwei Jahren könnte das ganz anders aussehen.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von AMD hin am Tech Day in Los Angeles teilgenommen, die Reisekosten wurden gänzlich von AMD übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



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Gtifighter 13. Jun 2019

Natürlich ist die Leistung von spiel zu spiel unterschiedlich, manche Spiele sind für...

schueppi 12. Jun 2019

Wollte ich auch sagen... Ich hatte schon mit VGA und später SVGA Freude. Aber der Zenit...

mambokurt 12. Jun 2019

Straßenpreis und Uvp sind in deiner Welt aber schon ein Unterschied?

mambokurt 11. Jun 2019

Amd war monatelang gar nicht verfügbar wg Mining, da brauchen wir über Marktanteile bei...

nachgefragt 11. Jun 2019

Du verwechselst hier Nvidias "RT-Cores" mit der grundsätzlichen Technik oder?


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