Naughty Dog: Entwickler von The Last of Us 2 bekommen Morddrohungen

Schon vor dem Erscheinen hatte The Last Of Us 2 für Kontroversen gesorgt. Nach der Veröffentlichung des Actionspiels am 19. Juni 2020 hat sich die Lage nicht beruhigt: Entwicklungschef Neil Druckmann hat eine Übersicht mit homophoben, transphoben und antisemitischen Beleidigungen und Morddrohungen veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , die er über Twitter erhalten hat.
Die Schauspielerin Laura Bailey hat ähnliche Zuschriften bekommen und ebenfalls einen Teil davon auf Twitter gestellt(öffnet im neuen Fenster) . Bailey hat Abby im Spiel dargestellt: Das ist eine Frau mit Körper- und Charaktereigenschaften, die traditionell eher Männern zugeschrieben werden, etwa extrem muskulösen Oberarmen (für die das Entwicklerteam übrigens mit einer Bodybuilderin zusammengearbeitet hat).
Inzwischen hat sich Naughty Dog mit einer offiziellen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) geäußert. "Obwohl wir eine kritische Diskussion begrüßen, verurteilen wir jede Form von Belästigung oder Bedrohung, die gegen unser Team und unsere Besetzung gerichtet ist" , schreibt das kalifornische Studio. "Ihre Sicherheit hat für uns oberste Priorität." Es ist nicht bekannt, ob Naughty Dog versucht, Anzeige gegen die Verfasser der Morddrohungen einzureichen oder andere rechtliche Schritte unternimmt.
Die übergroße Mehrzahl der Spieler auf Twitter stellt sich mit ihren Reaktionen an die Seite von Druckmann und Bailey. Dennoch ist auffällig, dass es relativ viele Beiträge gibt, die den Entwicklern eine Mitschuld etwa an den Morddrohungen und an der toxischen Stimmung rund um das Spiel geben.
Dabei geht es um Spielinhalte wie eine gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung unter einigen der Figuren sowie um andere Elemente der Handlung - etwa den Tod eines Sympathieträgers. Offenbar gibt es Menschen, die durch derartige fiktive Stoffe nachhaltig bewegt werden.

Weil ein Teil der Story von The Last of Us 2 durch Leaks schon vor dem Start des Spiels bekannt war, dauert die emotional aufgeladene Kontroverse bereits länger an. Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Spiels hatten mehrere Tausend Personen auf der Bewertungsseite Metacritic(öffnet im neuen Fenster) sogenanntes Review Bombing betrieben, also extrem negative Beiträge veröffentlicht.
Das hatte einen Wert nur knapp über 0 ergeben. Inzwischen ist durch weitere Kritiken der Schnitt aber auf einen Wert von 5,2 angehoben worden. Insgesamt haben deutlich über 100.000 Spieler einen Beitrag verfasst - das sind ungewöhnlich viele.
Dem Erfolg von The Last of Us 2 ( Test auf Golem.de ) hat die Kontroverse bislang nicht geschadet: Nach Angaben von Sony wurden innerhalb der ersten zwei Tage weltweit über vier Millionen Exemplare verkauft - mehr als von jedem anderen selbst entwickelten PS4-exklusiven Spiel innerhalb dieses Zeitraums.



