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Naughty Dog: Entwickler spricht über das Aus von The Last of Us Online

Das eingestellte Multiplayer-Spiel auf Basis von The Last of Us war offenbar weiter als gedacht – und basierte auf realen Gewalterfahrungen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von The Last of Us 2 - Remastered (Bild: Naughty Dog)
Artwork von The Last of Us 2 - Remastered Bild: Naughty Dog

The Last of Us Online gehörte lange zu den spannendsten Projekten des zu Sony gehörenden Entwicklerstudios Naughty Dog. Jetzt gibt es neue Einblicke: Laut Vinit Agarwal, der laut eigener Aussage eine leitende Rolle im Team hatte, war der Titel "zu etwa 80 Prozent fertig" , als er eingestellt wurde.

Die Entscheidung sei für ihn "niederschmetternd" gewesen, wie er in einem Interview auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) sagt. Von dem Aus habe er nach sieben Jahren Arbeit gerade mal 24 Stunden vor der öffentlichen Ankündigung erfahren.

Offiziell hatte Naughty Dog das Projekt im Dezember 2023 beendet. Damals sprach das Studio von einer "unglaublich schwierigen Entscheidung" . Der Hauptgrund: Ein Live-Service-Spiel dieser Größe hätte "alle Studioressourcen" gebunden und damit die Entwicklung neuer Singleplayer-Titel gefährdet.

Nach Angaben von Agarwal profitierte The Last of Us Online zunächst vom Boom während der Coronakrise, als Onlinespiele stark wuchsen. Danach drehte sich die Lage: weniger Spielzeit, vorsichtigere Investitionen und ein insgesamt schwächerer Markt machten große Projekte riskanter.

Projekt des Studioschefs wurde weitergeführt

Zwischen den Zeilen lässt sich auch Kritik an der Entscheidungsfindung herauslesen: Intern habe man zwischen seinem Projekt und einem neuen Titel unter Leitung von Studio-Chef Neil Druckmann wählen müssen – vermutlich Intergalactic .

Es sei "nachvollziehbar" gewesen, welches Projekt am Ende den Vorzug erhielt. Das legt nahe, dass auch Hierarchien und strategische Prioritäten eine Rolle gespielt haben könnten.

Dennoch betont Agarwal an anderer Stelle ausdrücklich seine Wertschätzung für Druckmann, den er als Mentor beschreibt und dem er einen großen Teil seiner eigenen Karriereentwicklung zuschreibt.

Reale Gewalterfahrungen

Inhaltlich sollte der Titel deutlich mehr werden als der Factions-Modus des ersten The Last of Us. Geplant war ein eigenständiges Multiplayerspiel mit neuer Story, neuen Figuren und einem weiteren Schauplatz in den USA. Im Mittelpunkt standen Überleben, Ressourcenknappheit und Begegnungen mit anderen Spielern.

Ein besonderer Aspekt: Laut Agarwal basierten einige Elemente auf eigenen Erlebnissen. Er berichtete von zwei Überfällen, bei denen er einmal mit einer Schrotflinte bedroht und ein anderes Mal von einer Gruppe verfolgt wurde. Dieses Gefühl von Angst und Bedrohung habe er ins Spiel übertragen wollen.

Bereits kurz vor der offiziellen Einstellung gab es Leaks, dass das Projekt gefährdet sei. Demnach äußerte das ebenfalls zu Sony gehörende, auf Multiplayer spezialisierte Entwicklerstudio Bungie intern Bedenken, ob das Onlinespiel die Community langfristig binden könne.

Vinit Agarwal hat Naughty Dog inzwischen verlassen und arbeitet in Japan mit seinem eigenen Studio an einem neuen Projekt.


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